Gewaltfreie Kommunikation, was NLP und GfK verbindet

Abschlussarbeit von Vesile Kapicilar, als PDF lesen


Die Insel der Gefühle

Vor langer Zeit existierte einmal eine wunderschöne, kleine Insel. Auf dieser Insel waren alle Gefühle der Menschen
zu Hause: Der Humor und die gute Laune, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und das Wissen und alle
die vielen anderen Gefühle. Natürlich lebte auch die Liebe dort.

Eines Tages wurde den Gefühlen jedoch überraschend mitgeteilt, dass die Insel sinken würde. Also machten alle ihre
Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten, denn sie hing sehr
an ihrer Insel.

Bevor die Insel sank, bat die Liebe die anderen um Hilfe.

Als der Reichtum auf einem sehr luxuriösen Schiff die Insel verließ, fragte ihn die Liebe: „Reichtum, kannst du mich mitnehmen“
„Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich.“

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam. „Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?“
„Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen. Hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen“
antwortete der Stolz.

Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: „Traurigkeit, bitte nimm du mich mit.“
„Oh Liebe“, sagte die Traurigkeit „ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.“

Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, das sie nicht einmal hörte, das die Liebe sie rief.

Plötzlich aber rief eine Stimme: „Komm Liebe, ich nehme dich mit.“
Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie ganz und gar vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen.

Später fragte die Liebe das Wissen: „Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?“
„Ja sicher“ antwortete das Wissen, „das war die Zeit.“
„Die Zeit?“ fragte die Liebe erstaunt, „Warum hat mir die Zeit denn geholfen?“
Und das Wissen antwortete: „Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.“

(Quelle: Geschichte gefunden auf „Zeit zu leben“, Verfasser unbekannt)

 

Einführung

Wer von uns kennt das nicht? Wir möchten ein friedliches Gespräch mit unserem gegenüber führen. wobei wir
unsere Wünsche äußern, leider passiert uns das immer wieder das unsere Aussagen bei unserem Gesprächspartner
nicht so ankommt wie wir es möchten. Marshall Rosenberg entwickelte einen Konzept, die er Gewaltfreie
Kommunikation (GFK) genannt hat. Bekannt ist dieses Konzept auch mit dem Namen Giraffen- und Wolfsprache.
Durch die GFK soll die Kommunikation mit unseren Mitmenschen ob im Beruf, Privat oder Politik konfliktfreier
werden. Die GFK ist nicht nur eine Technik sondern eine Grundhaltung um die Wahrnehmung zu fördern. Die
Wertschätzung, die Aufmerksamkeit und die Einführung durch intensives Zuhören und Beobachten des
Gesprächspartners sorgen, dass wir als Sprecher unsere Gedanken richtig aussprechen und der Zuhörer dies
wahrnimmt und versteht.

Die Idee, die hinter GFK steckt ist seine eigne Sprache und deren Bedeutung bewusst zu sein und in schwierigen
Situationen sich klar und deutlich auszusprechen, wobei wir bei allen Umständen den Gesprächspartner unserer
respektvollen und einfühlsamen Aufmerksamkeit schenken.

Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse, die er bewusst oder unbewusst erfüllt. Ziele von der GFK sind, unsere eigenen
Bedürfnisse bewusst zu erfüllen ohne dabei anderen Menschen zu beeinträchtigen und ohne Gewalt anzutun. Uns ist
in vielen Fällen gar nicht bewusst was für eine Macht unsere Worte und Art wie wir es aussprechen auf unseren
Gesprächspartner wirkt. Wir können unser Leben bereichern, wenn wir die Verantwortung für unsere eigene
Handlung übernehmen. Uns sollte es bewusst sein das wir die Wahl haben etwas zu tun oder es nicht zu tun.

 

Entwicklung

Marshall Rosenberg entwickelte GFK im Jahre 1963, er wurde durch seinen Lehrer Carl Rogers und dessen
Erkenntnisse der humanistischen Psychologie, sowie durch die Überlegungen von Mahatma Gandhi zur
Gewaltfreiheit inspiriert.

Die wichtigsten 2 Fragen die Ihnen begeht hatten waren:

1. Was bringt die Menschen dazu, ihrem natürlichen inneren Impuls zu folgen und zum Wohlergehen
aller beizutragen?
2. Was ist der Grund, der sie von einer solchen Vorgehensweise abhält

Rosenberg forschte die Arten zu denken, zu reden und zu kommunizieren damit man Gewaltfrei ein Gespräch führen
konnte. Durch die Mithilfe bei verschiedenen Schulprojekten und öffentlichen Arbeiten fand er immer mehr
Material zu seiner Forschung.

Um seine Ideen veranschauliche zu gestalten benutzt Marshall Rosenberg nach seinen Forschungen auch
Handpuppen als Giraffe und Wolf, um den Zuhören auch die Methode verdeutlichen zu können.

 

Wolfsprache:

Nennt Rosenberg auch als Herrschaftssprache, diese Sprache ist die Quelle der Gewalt. Menschen die diese Sprache
verwenden sind immer auf der Suche nach Schuld. Wolfsprache drückt sich durch Kritik, Strafe, Drohung,
Bewertung, Forderung, Manipulation aus, auch ist die Ausdruckweise Analyse, Interpretation, Komplimente, Lob
und Belohnung. Der Wolf basiert auf Bestraffung und Belohnung, die er durch Regeln und Verantwortlichkeit
festlegt. Es ist die Sprache, die wir durch unsere Erziehung verankert bekommen haben, mit dem wir ohne
nachzudenken versuchen unsere Bedürfnisse auszudrücken.

Der Wolf spricht häufig in DU-Botschaften

 

Giraffensprache:

Nennt Rosenberg auch Sprache des Herzens, diese Sprache ist die Quelle der lebendigen gewaltfreien
Kommunikation. Sie schafft eine Verbindung zwischen den Herzen von den Gesprächspartnern. Giraffensprache
trennt strikt die Beobachtung mit der Bewertung und die reine Beobachtung. Bei der Sprache des Herzens nehmen
wir unsere Gefühle und Bedürfnisse und die des Gesprächspartners war und wir lernen sie zu respektieren. Um mit
unseren Mitmenschen liebevoll umzugehen lernen wir bei der Giraffensprache erst mit uns selber liebevoll
umzugehen. Dabei ist es wichtig das wir die Verantwortungen für unsere Handlungen annehmen und es in keine
Schublade abschieben (auf andere Personen).

Die Giraffe spricht in ICH-Botschaften

 

Was NLP und GFK verbindet

NLP und GFK streben im Alltag einen respektvollen Gesprächsstil an. In beiden Fällen gehen wir davon aus das
unser Gesprächspartner eine positive Absicht hat. Sollten Störungen auftauchen betrachten wir das als
Verwechslung und Interpretation der Beobachtung. Durch NLP und GFK werden wir geschult unseren Gefühlen,
Fähigkeiten und Bedürfnissen einen angemessenen Ausdruck zu verleihen und dabei sorgfältig den
Gesprächspartner zu beobachten und seinen Verhalten zu deuten. Hierzu hat die NLP 2 Vorannahmen:

1. Die Grundintension eines jeden Verhaltens ist positiv

2. Die Verhaltenswahl, die wir treffen, ist immer die beste, die uns gerade zur Verfügung steht.
Hätten wir eine bessere, würden wir diese wählen.

 

GFK-Methode

1. Die Beobachtung

2. Das Gefühl

3. Das Bedürfnis

4. Die Bitte

zu 1: Den Gesprächspartner beobachten ohne Ihn/Sie zu bewerten

zu 2: Gefühle/Gedanken von den Gesprächspartner und sich selber wahrnehmen (Was macht es mit dir, wie
fühlst du dich dabei / Was macht es mit mir, wie fühle ich mich dabei) = NLP Rapport

zu 3: Nachvollziehen was mein/dein Bedürfnis sind (was brauchst du/was brauche)

zu 4: Die Forderung die man selber hat als eine positive, realistische Bitte dem Gesprächspartner äußern.

 

Entscheidend ist in jeder Gesprächssituation, wie ich mich fühle und wie der Gesprächspartner sich fühlt.

 

Bevor du sprichst, lass deine Worte durch drei Tore schreiten.

Beim ersten Tor frage: „Sind sie wahr?“
Am zweiten Tor frage: „Sind sie notwendig?“
Am dritten Tor frage: „Sind sie freundlich?“

Mevlana Dschelaluddin Rumi


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