Menschliches Gehirn

Abschlussarbeit von Matthias Scherer, als PDF lesen


1 Einleitung

Im Rahmen der Ausbildung zum NLP Practitioner beim Institut InKonstellation führt jeder Teilnehmer eine ca.
15-minütige Präsentation vor der Teilnehmergruppe sowie den NLP-Trainern durch. Der Inhalt soll in Verbindung
zum Thema NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) stehen. Dabei ist es möglich bzw. sogar wünschenswert
von den konkreten Inhalten der NLP-Ausbildung teils abzuweichen. Die Präsentation soll somit als zusätzliches
„Geschenk“ für die Zuhörer dienen, um sich weitere Inhalte, außerhalb der vorgegebenen NLP-Themenstellungen,
anzueignen. Die vorliegende Ausarbeitung ist die Ausarbeitung des präsentierten Vortrages und gibt einen kurzen
Einblick in die Entwicklung sowie den Aufbau des menschlichen Gehirns. Darüber hinaus wird der Begriff der
Neurodidaktik angeschnitten.

2. Ausarbeitung

2.1 Vererbung

Das menschliche Gehirn ist ein bemerkenswertes Organ. Oft wird es mit einem Super-Computer vergleichen.
Mit nur 1,5 Kilogramm Gewicht enthält es über 100 Milliarden Zellen. Ein Gehirn enthält somit mehr Zellen,
als sich Sterne in unserer Galaxie befinden. Die Kommunikation dieser Zellen miteinander ist effizient und
ermöglicht die Speicherung von Informationen. Die heutige Beschaffenheit unseres Gehirns wurde maß-
geblich durch die menschliche Evolution geprägt.

Die nachfolgende Grafik zeigt wichtige Ereignisse der menschlichen Evolution:

Das der Mensch heute über gewisse körperliche Merkmale und Verhaltensmerkmale verfügt, ist u. a.
auf die natürliche Selektion zurückzuführen. Was ist unter der natürlichen Selektion zu verstehen?
Veränderungen in der Umwelt führen unter den Angehörigen einer Spezies zum Kampf um Ressourcen.
Nur diejenigen Individuen, die Merkmale besitzen, die im Zurechtkommen mit diesen Veränderungen
nützlich sind, werden überleben und sich fortpflanzen. Die folgende Generation wird eine größere Anzahl
von Individuen aufweisen, die diese genetisch begründeten Eigenschaften besitzen.

Der Gang auf zwei Beinen machte die Hände zum Greifen und zum Werkzeuggebrauch frei. Die Ausbildung
des Großhirns stellte die Möglichkeit für höhere kognitive Prozesse wie das abstrakte Denken und Schluss-
folgern bereit. Diese beiden Anpassungsleistungen führten wahrscheinlich zu den großen Fortschritten in
der Entwicklung des Menschen.

2.2 Nervensystem

Das menschliche Nervensystem wird zum einen in das Zentralnervensystem und zum anderen in das periphere
Nervensystem untergliedert. Das Zentralnervensystem besteht aus dem Gehirn und dem Rückenmark. Das peri-
phere Nervensystem lässt sich innerhalb seiner Funktionen in zwei weitere Systeme (somatisches und autonomes)
untergliedern. Das somatische Nervensystem kontrolliert die Willkürbewegungen. Das autonome Nervensystem
reguliert die inneren Prozesse. Das autonome Nervensystem teilt sich weiter in zwei Subsysteme auf. Das sym-
pathische Nervensystem steuert das Verhalten in Notsituationen. Das parasympathische Nervensystem regelt
das Verhalten und interne Prozesse unter normalen Umständen. Der sympathische Teil kann als „Krisenbeauf-
tragter“ des Körpers angesehen werden. In einer Notfall- oder Stresssituation regt er die Hirnstrukturen für „Kampf
oder Flucht“ an. Die Verdauung hält inne, das Blut fließt von den inneren Organen zu den Muskeln, der Sauerstoff-
verbrauch und der Puls steigen. Wenn die Gefahr vorüber ist, ist es die Aufgabe des parasympathischen Teils,
diese Prozesse zu verlangsamen, und die Person beruhigt sich langsam wieder. Die Verdauung stellt sich wieder
ein, das Herz schlägt langsamer, und die Atmung wird ruhiger. Der parasympathische Teil ist für die „häuslichen
Pflichten“ des Körpers im Normalbetrieb zuständig, wie die Beseitigung von Abfallstoffen, den Schutz des visuellen
Systems, durch das Erzeugen von Tränenflüssigkeit und die Pupillenreaktion, und die Langzeitversorgung des
Körpers mit Energie.

2.3 Gehirn

Das Gehirn ist die wichtigste Komponente des zentralen Nervensystems. Das menschliche Gehirn besteht aus drei
miteinander verbundenen Schichten. Im tiefsten Bereich des Gehirns, dem Hirnstamm, befindn sich Strukturen,
die hauptsächlich an autonomen Prozessen wie Pulsfrequenz, Atmung, Schlucken und Verdauung beteiligt sind.
Dieser zentrale Kern ist umgeben vom limbischen System, das an Prozessen von Motivation, Emotion und Ge-
dächtnis beteiligt ist. Das Großhirn umschließt diese beiden strukturebenen. Im Großhirn befindet sich die Gesamt-
heit des menschlichen Geistes.

Den Hirnstamm findet man bei allen Wirbeltieren. Er enthält Strukturen, die die internen Prozesse des Körpers
regeln. Die Medulla oblongata, am oberen Ende des Rückenmarks angesiedelt, stellt das Zentrum für Atmung,
Blutdruck und Herzschlag dar. Weil diese Prozesse lebenswichtig sind, kann eine Schädigung der Medulla fatale
Folgen haben. Nervenfasern, die vom Körper aufsteigen und vom Gehirn hinab führen, kreuzen in der Medulla.
Das bedeutet, dass die linke Körperseite mit der rechten, die rechte Körperseite mit der linken Hirnstammhälfte
verbunden ist. Genau über der Medulla liegt die Brücke (Pons), die ankommende Informationen in andere
Strukturen des Hirnstamms und in das Kleinhirn leitet. Der Hypothalamus ist eine der kleinsten Strukturen des
Gehirns und spielt doch bei vielen unserer wichtigsten alltäglichen Handlungen eine entscheidende Rolle. Er
ist auch verschiedenen Kernen zusammengesetzt, die physiologische Prozesse des motivationalen Verhaltens
regulieren. Darunter zählt z.B. Essen, Trinken, Regulierung der Körpertemperatur und sexuelle Erregung. Der
Hypothalamus erhält das innere Gleichgewicht des Körpers, die Homöostase.

Beim Menschen überragt das Großhirn den Rest des Gehirns mit ca. zwei Drittel der Gehirnmasse für sich.
Seine Aufgabe ist die Regulierung höherer kognitiver und emotionaler Funktionen. Die äußere Oberfläche
des Großhirns, besteht aus Milliarden von Zellen in einer Schicht von etwas drei Millimetern. Das Großhirn
ist in zwei fast symmetrische Hälften unterteilt. Obwohl die beiden Hemisphären reibungslos zusammen-
arbeiten, verkörpern sie typischerweise unterschiedliche Verarbeitungsstile. Die linke Hemisphäre arbeitet
eher analytisch, die rechte eher holistisch.


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