Motivation im Schulalltag

mit NLP-Wissen

Abschlussarbeit von Janine Strom, als PDF lesen


Executive Summary

Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema Motivation im Schulalltag mit NLPWissen. Ich möchte heraus-
arbeiten, welche verschiedenen Motivationstypen es gibt und wie ich als Lehrkraft meine Schüler1 adäquat ihrem
Motivationstyp entsprechend anspreche, um sie bestmöglichst im Schulalltag motivieren zu können. Dazu stelle ich
die sechs Metaprogramme aus dem Buch „Das NLP-Praxisbuch für Lehrer“ von Petra und Ralf Dannemeyer (2015a,
S. 63-79) vor, die auf die NLP-Begründerin Leslie Cameron-Bandler zurück gehen. Folgende sechs Metaprogramme,
vorgestellt von Petra und Ralf Dannemeyer, erweisen sich als besonders nützlich für den Schulalltag: „Hin-zu“ oder
„Weg-von“ zeigen, ob der Schüler sich Hin-zu etwas bewegt was er mag oder Weg-von etwas bewegt was er nicht
mag um sich zu motivieren. Im zweiten Metaprogramm geht es darum wie der Schüler denkt. Denkt er „Optional“
und richtet seine Aufmerksamkeit auf neue Ideen und Möglichkeiten, oder denkt er „Prozedural“ und arbeitet lieber
mit klar strukturieren und vorgegebenen Abläufen. Als drittes Metaprogramm wird herausgearbeitet, ob der Schüler
es kurz und knackig („Überblick“) oder ganz genau („Detail“) mag. Möchte der Schüler direkt loslegen, hat demnach
das Proaktive Metaprogramm verinnerlicht, oder wartet er erstmal ab und gehört zu den reaktiven Menschen, spiegelt
das vierte Metaprogramm wieder. Als fünftes Metaprogramm geht es darum, ob der Schüler innere („internalen“)
oder externe („externalen“) Bewertungsrahmen für sich nutzt, um seine Ergebnisse und Handlungen zu bewerten
bzw. sich dafür zu motivieren. Im letzten Metaprogramm geht es um die eigene Vorgehensweise. Nutzt der Schüler
die Beziehungseben, sind ihm ein gutes Klima sehr wichtig oder ist er sachlich und möchte mit Fakten, Wissen ver-
mittelt bekommen. Diese sechs Metaprogramme geben mir als Lehrkraft die Chance, meine Schüler besser einzu-
ordnen und sie so motivieren zu können, wie es für sie richtig ist. Zudem kann auch ich als Lehrkraft herausfinden,
welche Metaprogramme ich nutzen, um mir bewusst zu werden, wie ich alle Schüler gleichermaßen ansprechen kann
um sie im Unterricht zu motivieren

 

Einleitung

Als Hausarbeitsthema für meinen NLP Practitioner habe ich mir das Thema Motivation im Schulalltag mit NLP
Wissen ausgesucht. Wir Lehrkräfte stellen uns oft die Frage, was unsere Schüler motiviert. Manchmal ist es ein
Wort oder Anschauungsmaterial. Es ist jedoch nicht immer stringent und hat niemals auf alle Schüler die gleiche
Auswirkung.
Durch diese Fragestellung bin ich auf die Bücher von Petra und Ralf Dannemeyer gestoßen, „Das NLP-Praxisbuch
für Lehrer“ sowie das dazugehörige „NLP-Übungsheft für Lehrer. Petra und Ralf Dannemeyer nehmen die Lehrkraft
in den Fokus mit deren Persönlichkeit und Ansichten auf Schule, Schüler, Eltern, Kollegen, sein Umfeld und Potential,
Dinge zu verändern. Sie sind als Lehrtrainer für NLP überzeugt, dass man das Verhalten anderer Menschen nicht ver-
ändern kann, sondern lediglich unsere Reaktion darauf. Diesen Ansatz finde ich sehr interessant und öffnet mir als
Lehrkraft ganz neue Möglichkeiten meine Schüler zu motivieren. Uns Lehrkräften wird sehr viel pädagogische Methodik
an die Hand gegeben, hier wird jedoch die Lehrkraft selbst in den Mittelpunkt gestellt um an sich selbst zu arbeiten,
neue Sichtweisen zu entdecken und dadurch typgerechte Motivation für die Schüler zu schaffen.

 

NLP Grundannahmen in Bezug zu typgerechter Motivation

Eine NLP-Grundannahme ist, dass in jedem Menschen die Ressourcen für gewünschte Veränderungen bereits vor-
handen sind. Daraus ergibt sich, dass in jedem Menschen ein riesiges Potenzial an ungenutzten Möglichkeiten liegt,
die entdeckt werden wollen um sie nutzbar zu machen. Außerdem verfügt jeder Mensch darüber hinaus das Potenzial
sein Leben selbst zu gestalten und zu verändern. Lehrkräfte haben die wunderbare Aufgabe, dieses Potenzial bei ihren
Schülern hervorzubringen und bei der Entfaltung unterstützend mit zu wirken. (vgl. Dannemeyer 2015a, S. 63f.)

 

Sechs Metaprogramme für den Schulalltag

Wie bereits Carl Gustav Jung, Psychiater und Schüler von Sigmund Freud, herausfand, unterliegen wir alle Verhaltens-
mustern die klassifizierbar und oft vorhersagbar sind. Extrovertiert und introvertiert sind uns allen mittlerweile
geläufige Begriffe und grundlegend für die Typentheorie. Die US-amerikanische NLPMitentwicklerin Leslie Cameron-
Bandler entwickelte basierend auf seinem Modell die ‚Metaprogramme‘. „Sie hat über 60 verschiedene Muster
gefunden. Das sind Filter oder limbische Bevorzugungen, durch die wir die Welt sehen, unsere Entscheidungen
treffen und festlegen“ (Dannemeyer 2015a, S. 64). Ich stelle euch nun die sechs Metaprogramme vor, die Petra
und Ralf Dannemeyer für besonders nützlich im Schulalltag erachten.

 

1. Hin-zu oder Weg-von?

Wie wir auch in unserem NLP-Seminar gelernt haben, gibt es Menschen die sich „Hinzu“ auf das was sie mögen
bewegen oder „Weg-von“ dem was sie nicht mögen bewegen. Wenn man dieses Metaprogramm auf seine Schüler
anwendet, ergeben sich ganz neue Sichtweisen, warum ein Schüler reagiert wie er reagiert.
Schüler mit einer „Hin-zu“ Präferenz sind vor allem dadurch motiviert, dass sie Freude an der Aufgabe haben.
Disziplinarische Maßnahmen beeindrucken diesen Schüler meist nicht. Schüler mit einer „Weg-von“ Präferenz
sind am meisten durch ihre Ängste motiviert. Das Lernen an sich wirkt hier nicht motivierend, sie arbeiten am
effektivsten, wenn ihnen bspw. eine schlechte Note droht. (vgl. Dannemeyer 2015a, S. 65)
Wenn ich mit dieser Erkenntnis nun auf mich selbst schaue: Welche Einstellung habe ich? Mache ich beispiels-
weise Gartenarbeit aus Leidenschaft und um Entspannung zu erlangen oder lediglich, damit das Unkraut nicht
überhandnimmt? In diesem Fall trifft das letztere auf mich zu. Ich bin eher ein „Weg-von“ Typ. Sicherlich trifft
auch das nicht in jeder Situation zu 100% zu, jedoch ist meine Tendenz ein „Weg-von“ Typ zu sein sehr hoch.
Dies  zu wissen gibt mir ganz neue Möglichkeiten meinen Unterricht so zu gestalten, dass ich alle Schüler an-
spreche und nicht nur die, die ebenfalls „Weg-von“ Typen sind.
Wie kann ich nun beide Typen gleichermaßen ansprechen? Indem ich eine unterschiedliche Wortwahl für die
gleiche Aussage nutze: „Beispiel: Wenn ihr euch auf den bevorstehenden Test vorbereitet, bedenkt bitte, dass
es einige von euch schaffen können, ihre gute Note zu verbessern. Andere haben die Chance, von ihrer Schlechten
Note wegzukommen“ (Dannemeyer 2015a, S. 66).
Wichtig ist es die Vertreter der beiden Metaprogramme auszubalancieren, auch für sich selbst, um alle Typen
gleichermaßen anzusprechen und somit alle Schüler ansprechen und motivieren zu können. Dadurch, dass ich
eher ein Weg-von Typ bin und somit von etwas weg möchte was ich nicht mag, werde ich zukünftig mehr darauf
achten, dass ich meine Antworten positiv formuliere mit „Ich will….“, wenn ich mich frage, was ich will oder was
das Ergebnis sein wird. So dass ich mir die positiven Eigenschaften von einem Hin-zu Typen nach und nach an-
eignen kann. (vgl. Dannemeyer 2015a, S. 66f.)

 

 


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Fußnoten

1Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf die gleichzeitige Verwendung von
weibliche rund männlicher Sprachform verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten
gleichwohl für beiderlei Geschlecht.