Die Rolle der Mutter in systemischen Aufstellungen

Abschlussarbeit von Barbara Brandt, als PDF lesen


MOTIVATION
In den letzten 10 Jahren habe ich sehr viel Aufstellungserfahrung als Aufstellende und als Stellvertreterin in
Spanien und in Deutschland gesammelt. Immer wieder habe ich festgestellt, dass der Position der Mutter im
System eine der wichtigsten Rollen zukommt. Oft war das aufgestellte Thema ein ganz anderes und trotzdem
führte der Weg zum Verhältnis der/des Aufstellenden zu ihrer/seiner Mutter.

Die Auswahl der Stellvertreter wurde manchmal vom Aufstellungsleiter bzw. der Aufstellungsleiterin, meist
jedoch vom Aufstellenden selbst getroffen. Dieser Prozess der Auswahl beruht auf Intuition und hat offen-
sichtlich auch viel mit der Energie zu tun, die die/der Aufstellende von den möglichen Vertretern empfängt.
Offensichtlich strahlt meine Energie Weiblichkeit und/oder Mütterlichkeit aus. So wurde ich auffallend häufig
als Stellvertreterin für die Position der Mutter ausgewählt. Das geschah auch in Gruppen, in denen ich nie-
manden persönlich kannte. Die Erfahrungen, die ich dabei gemacht und die Emotionen, die ich dabei gefühlt
habe, möchte ich gern durch diese Arbeit teilen.

 

DIE MUTTER UND DIE WEIBLICHKEIT

Meine These lautet: Die Position der Mutter verkörpert personifizierte Weiblichkeit.

In jedem Menschen, egal welchen Geschlechts, gibt es männliche und weibliche Anteile. Diese sollten sich im
besten Falle im Gleichgewicht befinden. Bei einer ausgeglichenen, positiven Beziehung zur Mutter kann ein
Mensch 50% weibliche Energie in sich integrieren. Das Gleiche gilt für die Beziehung zum Vater. Bei einem
ausgeglichenen, positiven Verhältnis zum Vater kann die Person 50% männliche Energie in sich integrieren.
Im besten Falle haben wir diese Ausgeglichenheit erreicht und unser Sein befindet sich in einer perfekten
Balance zwischen männlicher und weiblicher Energie.

Diese Arbeit ist nicht einfach. Im wahren Leben gibt es viele Probleme, die aus der Beziehung zwischen Mutter
und Kind resultieren. Um nur einige Beispiele für problematische Mutter-Kind-Beziehungsmuster zu nennen:

– Mütter, die unbewusst die Glaubenssätze ihrer Ahnen leben
– Mütter, die ihre Familie verlassen (Scheidung, Tod o.Ä.)
– Mütter, die selbst ein traumatisches Erlebnis hatten
– Mütter, die niemals Anerkennung und Liebe von ihrer Mutter erfahren haben
u.v.m.

Diese Vorbelastungen machen es für ein Kind schwer, ein positives Verhältnis zu seiner Mutter aufzubauen
und damit die Akzeptanz der eigenen Weiblichkeit zu erreichen.


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