Coachingprozess über Überlastung des Coachee

Abschlussarbeit von Sarah Pflanz, als PDF lesen


1. Einleitung

In folgendem wird ein Coaching Prozess beschrieben, in dem es um die Überlastung des Coachees am Arbeits-
platz geht. Es wurden insgesamt drei Sitzungen durchgeführt. Der erste Kontakt zwischen Coach und Coachee
war telefonisch und es wurde zeitnah ein Termin vereinbart. Im Telefonat wurde bereits das Thema benannt,
es kam zu keinem weiteren Informationsaustausch.
Das Coaching findet in einem hellen Raum mit zwei Fenstern statt. Er ist ausgestattet mit drei Stühlen, einem
Schreibtisch, einem Wasserkocher für Tee und einer Pflanze. Der Raum ist freundlich und es herrscht eine
entspannte Atmosphäre.
Der Coachee wird gesiezt. Die Coaching Sitzungen dauern jeweils ca. 1,5 Stunden.
Frau R. ist 43 Jahre alt, ledig und lebt in Köln. Sie arbeitet als Key-Account-Managerin bei einem großen Konzern.

 

2. Beschreibung des Coaching Prozesses

2.1 Erste Sitzung

Frau R. und ihr Coach sitzen sich schräg gegenüber und haben einen angenehmen Abstand. Nachdem Tee
angeboten wurde folgt eine kurze Vorstellung des Coaches. Der Coach erklärt seine Rolle und vereinbart
Regeln für die Treffen.
Das Thema der Sitzung formuliert Frau R. wie folgt: „ich möchte weniger Stress haben.“ Daraufhin lässt der
Coach sich einen normalen Tag von Frau R. beschreiben:

● Nach dem Aufstehen: der erste Anruf von ihrem Chef
● Kein Frühstück
● Nur schnell einen Kaffee
● Im Auto wird in der Regel nur telefoniert
● Am Arbeitsplatz angekommen folgt die Beantwortung der Emails
● Mindetstens alle 15 min erfolgt eine Unterbrechung
● Kurze Mittagspause
● Meeting am Nachmittag
● Einhalten von Terminierungen
● Oft nach dem Feierabend wird zu Hause weitergearbeitet
● In der Regel arbeitet sie 12 Stunden am Tag

Folgende Interventionen werden nach bzw. während der Beschreibung vom Coach angewandt:

● Aktives Zuhören
● Spiegeln
● 5 Säulen
● Skalierung
● Frage nach Unterschieden
● Fragen nach Verhalten
● Systemische Fragen
● Zielformulierung für das nächste Treffen
● Vereinbarung einer Aufgabe

 

Durch die Interventionen gelingt es Frau R. ihr obengenanntes Anliegen umzuformulieren. Frau R.
wünschst sich eine Verhaltensänderung im Umgang mit hohem Arbeitsaufkommen. Auf einer Skala
von 1 bis 10 (1 sehr gestresst und 10 sehr gelassen) ist Frau R. bei Beginn des Coachings Prozess auf
3. Ihr Ziel nach der Zusammenarbeit ist eine 7.

Die Bearbeitung der 5 Säulen helfen Frau R. zu erkennen, in welchen Lebensbereichen sie etwas ver-
ändern möchte. Der Coach unterstützt den Prozess mit Fragen. Die Säule Arbeit und Leistung ist sehr
präsent, soziales Netzt hingegen findet kaum Beachtung. Frau R. wird ruhig und scheint sich über das
Ergebnis bewusst zu werden.

Auf die Frage was Frau R. in den nächsten zwei Wochen verändern möchte, um ihren Umgang mit dem
hohen Arbeitsaufkommen positiv zu beeinflussen, fällt es Frau R. schwer eine Antwort zu geben. Der
Coach lässt Stille zu und wartet, hält Blickkontakt und ist Frau R. zugewandt. Der Coach unterstützt Frau
R. bei der Formulierung ihrer kleinen Aufgabe indem er eine zirkuläre Frage stellt. „Was würde ihre beste
Freundin ihnen Raten zu verändern?“ Die Antwort kommt intuitiv und schnell: „mein Handy erst auf dem
Weg zur Arbeit anschalten und ab 18 Uhr ausschalten.“

Der Coach fragt nach den Auswirkungen. Es wird sich darauf geeinigt. Zusätzlich bietet der Coach an,
morgens 3 Dinge zu notieren, wofür Frau R. dankbar ist und abends 3 schöne Momente zu notieren. Es
soll als Ersatzhandlung dienen und Frau R. Fokus auf Achtsamkeit und Dankbarkeit lenken. Auch hier
gibt es eine Zustimmung von Frau R. Sie wirkt erleichtert und voller Tatendrang. Es wird ein neuer Termin
vereinbart.