Zielearbeit im NLP

Abschlussarbeit von Sabrina Schmidt, als PDF lesen


Zusammenfassung

In dieser Arbeit wird das Thema „Zielearbeit im NLP“ näher beleuchtet.
Ziele sind ein wichtiges Hilfsmittel in der Arbeit mit Klienten und können den Coaching-Prozess unterstützen.
Zuerst wird erläutert, was genau Ziele sind und warum sie wichtig sind.
Im nächsten Kapitel werden verschiedene Methoden vorgestellt, um eigene Ziele zu identifizieren und zu prüfen.
Anschließend muss das Ziel in eine gewisse Form gebracht werden, so dass es bestimmten Prüfkriterien Stand
hält. Dies ist notwendig, um bereits bei der Zielformulierung optimale Voraussetzungen zu schaffen.
Im letzten Kapitel werden Arbeitsmethoden und Formate vorgestellt, um die definierten Ziele zu bearbeiten.

1. Zielearbeit im NLP

NLP ist generell ein lösungsorientiertes Verfahren. Es richtet die Aufmerksamkeit nicht auf das Problem, sondern
schafft Möglichkeiten und lenkt den Blick auf die Lösung, auf das gewünschte Ergebnis. Im Gegensatz zur Ver-
haltenstherapie zum Beispiel geht es nicht darum, das Problem zu analysieren, zu hinterfragen wie es entstanden
ist und zu klären, wer das Problem verursacht hat. Vielmehr fokussieren sich die NLP Methoden auf die Lösung,
also auf das, was der Klient erreichen möchte.

Dieses Vorgehen ist auch psychologisch sinnvoll, denn es kommt der Arbeitsweise unseres Unterbewusstseins
sehr entgegen.

Ein klassisches Beispiel, um die Funktionsweise des Unterbewusstseins zu verdeutlichen, ist der „rosa Elefant“.

Wird man aufgefordert, jetzt nicht an einen rosa Elefanten zu denken, so denkt man in dem Moment an den rosa
Elefanten, in dem man sich selbst sagt: „ich darf nicht an einen rosa Elefanten denken“. Unser Unterbewusstsein
ignoriert das Wort „nicht“. Indem man sich selbst verbietet, an das Problem, hier der rosa Elefant, zu denken, ist
man gedanklich genau dort verhaftet. Der eigene Fokus liegt weiterhin auf dem Problem und blockiert die Pers-
pektive zu möglichen Lösungen. Man befindet sich im Problemrahmen, nicht im Lösungsrahmen.

Um in den Lösungsrahmen zu kommen, um also den Blick frei zu machen für potenzielle Lösungen, muss ich mein
Problem gedanklich verlassen und überlegen, wo ich stattdessen hinmöchte.

Eine gute Verdeutlichung ist folgendes Beispiel:

Ich befinde mich auf der linken, grauen Insel und stelle fest, dass ich hier nicht mehr zufrieden bin, ich wünsche
mir eine Veränderung. Ich möchte weg von dieser Insel. In diesem Moment befinde ich mich allerdings noch im
Problemrahmen, in welchem ich weg von meinem Problem möchte. Das kann in manchen Fällen, insbesondere
wenn der Leidensdruck ausreichend groß ist, zwar zu Handlungen führen, um diese Insel zu verlassen. Effizienter
ist es aber, wenn ich weiß, wohin ich stattdessen möchte. Vielleicht habe ich von einer anderen Insel mit tollem
Sandstrand und tiefblauem Waser gehört, dort zieht es mich nun hin. Ich habe ein Ziel vor Augen, der Lösungs-
rahmen ist eröffnet und ich kann mich auf mein Ziel hinbewegen. Ich bin motiviert in mein Segelboot zu steigen,
Kurs auf die blaue Insel zu setzen und ins Handeln zu kommen.

Ein Ziel vereinigt somit mehrere positive Aspekte in sich:

-es gibt Orientierung
-ein Ziel zu haben motiviert dazu, ins Handeln zu kommen
-es ermöglicht zielgerichtetes und effizientes Handeln
-es mobilisiert Ressourcen

Hiermit ist auch die Definition von einem Ziel gegeben: „ein angestrebter Soll-Zustand in der Zukunft“.

2. Prozessschritte in der Zielearbeit

In der Zielearbeit im NLP lassen sich verschiedene Methoden und Formate anwenden.
Im Weiteren wird ein möglicher Ablaufprozess dargestellt, wie man in einem KlientenCoaching an dem Thema Ziele
arbeiten kann.

Der Prozess beginnt mit der Zielfindung. Hierzu können verschiedene Methoden herangezogen werden, die den
Zielfindungsprozess unterstützen. Falls der Klient bereits ein bestimmtes Ziel vor Augen hat, kann dies in dem
Schritt der Zielfindung auf die dahinterliegenden Werte überprüft werden.

Ist ein passendes Ziel für das Coaching gefunden, so muss es auf verschiedene Kriterien hin geprüft werden.
Dies erreicht man anhand des „wohlgeformten Ziels im NLP“. Darüber hinaus kann es mit den SMART Kriterien
präzisiert werden.

Im Anschluss geht es in die konkrete Zielbearbeitung. Hier stehen verschiedene NLPFormate zur Verfügung,
von denen drei kurz vorgestellt werden.

Durch die Arbeit auf den verschieden Prozessstufen kann im Coaching ein effizientes Fundament für die Ziel-
erreichung des Klienten gelegt werden.

2.1. Zielfindung

Manchmal sind einem seine Ziele sehr klar, weil man sich schon länger mit einem bestimmten Thema befasst
und genau weiß, wo die Reise hingehen soll.
Oft besteht aber auch einfach nur der Wunsch nach Veränderungen (ich will weg von…), ohne genau zu wissen,
was genau das Ziel sein könnte.
Daher ist es sinnvoll, sich Zeit zu nehmen für die Zielfindung. In dieser Phase lassen sich die eigenen Ziele
identifizieren, konkretisieren und priorisieren. Auch sollte man von Zeit zu Zeit seine bereits gefassten Ziele
überprüfen. Sind meine Ziele noch aktuell? Habe ich mir diese Ziele bewusst ausgesucht oder sind sie von
„außen“ vorgegeben worden?
Für diesen Prozess der Zielfindung gibt es sehr viele Verfahren und Methoden. Im Folgenden werden 3 Her-
angehensweisen vorgestellt.

2.1.1. Das Lebensrad

Hierbei betrachtet man verschiedene Lebensbereiche wie Familie, Beruf, Gesundheit, Freizeit, Finanzen usw. und
stellt sich die Frage: „wie zufrieden bin ich in den einzelnen Bereichen auf einer Skala von 1-10?“ Dadurch lassen
sich die Lebensbereiche identifizieren, denen man etwas mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, woraus sich wieder-
um Zielvorstellungen ableiten lassen.

2.1.2. Bucket List

Was möchte ich im Leben erreichen, umsetzen oder erleben? Die Bucket List ist quasi eine To-Do-Liste fürs Leben.
Hier können abenteuerliche Aktivitäten wie Fallschirmspringen oder eine Hundeschlittentour enthalten sein, aber
auch das Haus am Meer oder der Urlaub auf den Malediven.

2.1.3. Fragetechniken

Fragetechniken unterstützen den Zielfindungsprozess. Die Frage „was würde ich tun, wenn ich 1 Million Euro im
Lotto gewinnen würde?“ kann Hinweise auf versteckte Träume geben. „Wie sehe ich mich in 10 Jahren?“ zeichnet
ein klares Bild von dem zukünftigen Ich und man kann ergründen, welche Schritte ich heute unternehmen kann,
welche Ziele ich verfolgen kann, um in 10 Jahren dort anzukommen.


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