Slight of Mouth

Abschlussarbeit von Marlene Lenz, als PDF lesen


Zusammenfassung zu Slight of Mouth erklärt bei Robert Dilts basierend auf mehreren Stunden Videomaterial
verfügbar bei YouTube. Video- und Grafikproduktion bereitgestellt von 21st Century Innovations Inc., vertrieben
vom Southern Institute of NLP.

Slight of Mouth leitet sich von der englischen Redewendung „slight of hand“ (dt. Taschenspielertricks) ab.
Umgemünzt auf die verbale Ausdrucksfähigkeit/Geschicklichkeit entstand so das Format „Slight of Mouth“.

Slight of Mouth-Muster sind überall wiederzufinden. Beispielsweise als Stilmittel von Komikern oder berühmten
Persönlichkeiten wie Karl Marx, Adolf Hitler, John F. Kennedy, Barak Obama oder im NLP als Methode um
positive Glaubenssätze zu verstärken und an negativen Glaubenssätzen zu arbeiten.

Glaubenssätze

Ein Glaubenssatz besteht aus den drei Komponenten: Ursache, Wirkung/Beweis und Bedeutung/Wert.
Ein Beispiel wäre: „Nur durch harte Arbeit (Ursache) verdient man viel Geld (Wirkung/Beweis), wodurch
man erfolgreich wird (Bedeutung/Wert).“ Ein Glaubenssatz muss keiner Logik oder Realität entsprechen.
Deshalb verwenden wir in Aussagen über Glaubenssätze oft bestimmte Metamodelle/Sprachverletzungen.

• Im Zusammenhang mit der Ursache wird oft der Universalquantifikator (z.B. jedes Mal, nie,
immer) verwendet.
• Ein Stilmittel, das oft in Bezug auf die Komponente Wirkung/Beweis gebraucht wird, ist
der Modaloperator (z.B. muss, kann, darf), um die sehr wichtige Wechselwirkung zwischen
Wirkung und Bedeutung herauszustellen, oder Gedankenlesen (z.B. Die Anderen denken
bestimmt…),  um die Bedeutung zwischen Beweis und Bedeutung herauszustellen.
• Wenn wir über die Komponente Bedeutung/Wert eines Glaubenssatzes sprechen ver-
wenden wir oft die Stilmittel Verlorener Performativ (z.B. Man macht das so.) und Ver-
gleichende Tilgung (z.B. gut, schlecht, gut genug) oder die Nominalisierung (z.B. Freiheit,
Sicherheit).
Ursache-Wirkung Zusammenhänge werden des Weiteren oft mit dem Stilmittel Ursache
Wirkung (z.B. Ich bin wütend, weil du zu spät bist.) beschrieben; Wirkung-Bedeutung Zu-
sammenhänge dagegen oft mit der Komplexen Äquivalenz (z.B. Du schenkst mir keine
Blumen, du liebst mich nicht mehr.).

Erster Ansatzpunkt, um an einem Glaubenssatz zu arbeiten ist es, alle drei Komponenten (Ursache, Wirkung/
Beweis
und Bedeutung/Wert) herauszuarbeiten. Beispiele: (I) „Ich kann alles schaffen, wenn ich nur fest daran
glaube.“; (II) „Die Welt ist gegen mich.“ Was hier fehlt ist der Beweis, der als erster Schritt erarbeitet werden muss.
Suche nach den Beweisen: (I) „Wie weißt du, dass du es geschafft hast?“; (II) „Woher weißt du, dass die Welt
gegen dich ist?“ Weiterhin fehlt die Ursache. Suche nach der Ursache: (I) „Was musst du dafür tun?“; (II) „Was
ist der Grund dafür, dass die Welt gegen dich ist?“
Ziel in Bezug auf positive Glaubenssätze ist es, diese zu stärken und auf andere Lebensbereiche übertragen zu
können. Bei negativen Glaubenssätzen ist es das Ziel neue Optionen darzulegen. Glaubenssätze sind meist teil
eines Systems. Um an einem Glaubenssatz zu arbeiten sollte man, so weit möglich, den Ursprung erarbeiten.

Vier Strategien um Glaubenssätze zu hinterfragen

1. Chains of Meaning / neue Bedeutungsketten etablieren. Diese Strategie kommt einem Bedeutungsre-
framing gleich. Beispiele: (I) „NLP ist gefährlich, weil es manipulativ ist.” Eine darauf angewandte neu etablierte
Bedeutungskette könnte wie folgt aussehen: „Wenn NLP gefährlich ist, bedeutet dies, dass NLP riskant ist. Da
Risikobereitschaft für Veränderung aber notwendig ist, ist NLP gefährlich, aber gleichzeitig auch notwendig.“;
(II) „Gemeine Dinge zu sagen bedeutet, dass man ein gemeiner Mensch ist.“ Neue Bedeutungskette: „Gemein
sein bedeutet, seine Gefühle auszudrücken. Da das Ausdrücken von Gefühlen echt und ehrlich ist, bedeutet
gemein sein, im Rückschluss ein ehrlicher Mensch zu sein.“

2. Chains of Causes / neue Ursachenketten etablieren. Diese Strategie kommt einem Inhaltsreframing
gleich. Beispiele: (I) „Ich bin lernbehindert.” Mit neuer Ursachenkette: „Eine Lernschwäche wird oft durch
mangelnde gedankliche Organisation eines bestimmten Themas verursacht, was mit der Fähigkeit, gut zu
visualisieren zusammenhängt. Wenn Sie also lernen, gut zu visualisieren, werden Sie keine Lernschwäche
mehr haben.“; (II) „Ich bin ein unorganisierter Mensch.“ Neue Ursachenkette: „Unorganisiert zu sein entsteht
dadurch, dass man sich intensiv um Dinge kümmert, die wichtig erscheinen. Wichtig ist zu erkennen, dass
man mit Dingen umgehen kann, auch wenn sie nicht organisiert sind. Deshalb ist unorganisiert zu sein eine
Ressource, weil es A) daherkommt, dass man sich kümmert und B) dazu führt, dass man mit Situationen
umgehen kann, die unstrukturiert sind.“

3. Vergleich bzw. Fokuslenkung: Wenn ich in der Schule eine 2 bekomme und die 2 mit einer 1 vergleiche,
ist eine 2 nicht gut. Wenn ich eine 2 bekomme und sie mit einer 3 vergleiche, ist sie gut. Diese Strategie des
Vergleichs wird auch an folgendem Beispiel deutlich: Eine Frau beschwert sich über das Schnarchen ihres
Mannes. Eine Witwe, deren Mann erst vor kurzem gestorben ist, erwidert: Ich wünschte, ich könnte meinen
geliebten Mann noch einmal schnarchen hören. Die Folge: Die Frau hört dem Schnarchen ihres Mannes zu,
als wäre es Musik in ihren Ohren.

4. Wechseln auf eine andere logische Ebene. Die logischen Ebenen werden auch als das ABC des NLP
betitelt: A) Identität (what I am), B) Werte und Glaubenssätze (beliefs themselves), C ) Fähigkeiten (what I
am capable of), D) Verhalten (what do I do), E) Umwelt (what is the environment). Ein Beispiel, das zeigt
wie wichtig die logischen Ebenen z.B. beim Geben von Feedback sind, wird anhand folgender Ausgangs-
lage verdeutlicht: Ein Schüler hat bei einem Test schlecht abgeschnitten. Der Lehre kann seine Kritik nun
wie folgt formulieren: Als Aussage mit Bezug auf E) die Umwelt des Schülers: „Der Lärm der Baustelle vor
dem Schulgebäude hat es dir wahrscheinlich schwer gemacht dich zu konzentrieren.“, D) das Verhalten
des Schülers: „Du hast bei diesem einen Test schlecht abgeschnitten.“, C) die Fähigkeiten des Schülers:
„Sie sind nicht sehr gut in Rechtschreibung.“, B) die Werteebene: „Wenn du nicht gut in Rechtschreibung
bist, bist du kein guter Schüler und wirst nicht aufs College gehen können.“, A) seine Identität: „Du bist
dumm.“ Tipp: Falls man bei der Arbeit mit den SoM-Mustern nicht weiterkommt, sollte als nächstes ver-
sucht werden, einige Ebenen nach oben zu springen und z.B. die Identitäts-Ebene zu testen.

Die vier Strategien können auf alle drei Komponenten eines Glaubenssatzes (Ursache, Wirkung/Beweis
und Bedeutung/Wert) angewandt werden. Die Ursache eines Glaubenssatzes kann beispielsweise mit
Etablierung einer neuen Ursachenkette, die Bedeutung einer neuen Bedeutungskette oder dem Ver-
gleich oder den logischen Ebenen hinterfragt werden.


als PDF weiterlesen