PZA – Der personenzentrierte Ansatz

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1) Carl Rogers – Biografisches

⋅ *1902 in Illinois, USA
⋅ aufgewachsen in einer streng protestantischen Familie
⋅ Studium der Psychologie in New York City, USA
⋅ Mitbegründer der humanistischen Psychologie
⋅ Entwicklung eines eigenen Therapieansatzes
non-direktiv: Abgrenzung zur Psychoanalyse / Verhaltenstherapie
klient*innenzentriert: Abgrenzung zum Patient*innen-Begriff
personenzentriert: Abgrenzung zum Problemfokus
⋅ Wichtige Werke: Die Entwicklung der Persönlichkeit, Die nicht-direktive Beratung,
Der neue Mensch, Eine Theorie der Psychotherapie.
⋅ +1987 in Kalifornien, USA

2) Menschenbild der humanistischen Psychologie

Der Mensch…
⋅ … ist ein grundsätzlich positives und gutes Wesen
⋅ … besitzt die Fähigkeit zur Selbstbestimmung
⋅ … hat ein innewohnendes Bedürfnis nach konstruktiver Veränderung
⋅ … ist einzigartig, entscheidungsfähig und kreativ
⋅ … strebt nach dem eigenen Werden und Wachsen
⋅ … erfährt sich selbst in der Beziehung zu anderen Menschen

 

3) Persönlichkeitstheorie des Personenzentrierten Ansatzes

⋅ Jeder Mensch strebt nach innerem Wachstum und besitzt eine Aktualisierungstendenz sowie
eine Selbst-Aktualisierungstendenz
⋅ Organismus: psychische und physische Einheit des Menschen
Aktualisierungstendenz: Bewertungsprozess, in dessen Verlauf entschieden wird, ob Erfahrungen
für den Organismus förderlich sind
Selbst-Aktualisierungstendenz: Bewertungsprozess, in dessen Verlauf entschieden wird, ob
Erfahrungen für den Organismus UND das eigene Selbstkonzept förderlich sind
Selbstkonzept: internalisierte Sichtweisen eines Menschen im Hinblick auf die eigene
Persönlichkeit (Stärken, Schwächen, usw.)
Inkongruenz: Nicht-Übereinstimmung innerer Aspekte, die als Auslöser für psychische Erkrankungen
gesehen wird, z. B.:
– Real-Selbst vs. Ideal-Selbst – Selbst- vs. Fremdwahrnehmung
– Bedürfnisse vs. Werte – Stressoren vs. Bewältigungsstrategien

 

4) Basismerkmale des Personenzentrierten Ansatzes

⋅ Grundannahme: positive Beziehung als zentraler Bestandteil für einen konstruktiven
Therapie-/Beratungsprozess
⋅ Eine positive Beziehung zeichnet sich durch drei Basismerkmale aus:

I. Akzeptanz (bedingungslose Wertschätzung): Jeder Mensch wird als
Individuum geachtet, frei von Bewertungen und Beurteilungen
II. Empathie (einfühlendes Verstehen): Der innere Bezugsrahmen des Menschen
(Emotion, Kognition, etc.) soll erfasst werden
III. Kongruenz (Echtheit/Authentizität): Das äußere Verhalten entspricht der
inneren Empfindung

⋅ Durch eine positive Beziehung wird es dem*der Klient*in ermöglicht, sich selbst
besser kennenzulernen
⋅ Selbstexploration

 

5) Techniken der Gesprächsführung

⋅ Aktives Zuhören (Beziehungsherstellung, Paraphrasieren, Verbalisieren)

Bsp.: „Es ist mir momentan einfach alles zu viel.“ – „Sie fühlen sich von den vielen
Dingen, die passieren, überfordert und wissen gerade nicht, wie es weitergehen soll“

⋅ direktes, persönliches Ansprechen des*der Klient*in

⋅ Anteilnahme / Solidarität zeigen

Bsp.: „Alle wenden sich plötzlich gegen mich“ – „Da fühlen Sie sich von anderen
Menschen angegriffen und ganz alleine. Das berührt mich wirklich sehr.“

⋅ Positive Verbalisierung

Bsp.: „Meine Kinder sind das Einzige, was mir noch Kraft zum Leben gibt“ – „Ihre
Kinder sind wichtige Personen für Sie, weil sie Sie aufrecht halten“

⋅ Konkretisierungsaufforderung

Bsp.: „Es nervt mich einfach, dass ich nichts auf die Reihe bekomme“ – „Ich frage
mich, woran sie es merken, dass Sie nichts auf die Reihe bekommen“

⋅ Das „Hier und Jetzt“ betonen

Bsp.: „Die ganze Schulzeit über war ich die Langsamste“ – „Und auch heute
wünschen Sie sich noch, endlich mal mit anderen mithalten zu können“

⋅ Ressourcenorientierte Fragen stellen

Bsp: „Was tut Ihnen gut?“, „Welche ihrer Fähigkeiten können Sie in dem neuen Job
gut einbringen?“, „Was schätzen Sie besonders an sich selbst als Ehefrau?“

⋅ Selbsteinbringen / sich öffnen (ohne Bewertungen!)

⋅ Beziehungsklären

Bsp. „Tut mir leid, dass ich letztes Mal nicht gekommen bin“ – „Mir ist aufgefallen,
dass das bereits das dritte Mal war, dass Sie unseren Termin nicht wahrgenommen
haben. Trauen Sie mir nicht oder haben Sie das Gefühl, ich könne Ihnen sowieso
nicht helfen? Was macht es so schwer für Sie, den Termin mit mir wahrzunehmen?“


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