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Innere und Äußere Haltung

Abschlussarbeit von Susan Egeler, als PDF lesen


Begriff Haltung

Den Begriff „ Haltung“ kennen wir im Zusammenhang mit Körperhaltung und mit mental-geistigen Einstellungen.
Das Wort „Haltung“ beinhaltet etwas mit Halt haben oder auch Halt geben zu tun, aber auch mit Halt! Im Sinne
von Innehalten-zu stoppen-. Eine Grenze ziehen und sich positionieren, Authentizität.

Was ist Authentizität seiner Haltung

Es steht in enger Verbindung mit der Identität, mit seinem Charakter, Wahrnehmung seiner Umwelt und
Wahrnehmung von sich selbst. Seine eigen persönliche Einstellung zu Angelegenheiten des Lebens.

Es kann sich ein Coach noch so anstrengen, wenn seine „Haltung nicht stimmt, das Herzstück eines jeden,
dann sind manche Dinge nicht umwandelbar.

Haltung – wie nehme ich meine Umwelt wahr – steuert unsere Denk –und Verhaltensweise, liegt ihr zugrunde
und ist in gleichen Zug auch das Ergebnis.

 

Die Prägungen von Erfahrungen

Jeder von uns hat eine Geschichte, eine Vergangenheit, Gegenwart. Die in dieser Zeit gemachten Erfahrungen und
Prägungen durch unser Erziehung und Umwelt werden Bewertungen gebildet und sie beeinflusst wiederum unsere
Sicht der Welt.

Haltung ist die Art und Weise, wie wir uns zu uns selbst und zu unserer Umwelt in Beziehung bringen, wie wir uns
mit unsere Außen-und Innenwelt auseinandersetzen, wie wir Beziehungen gestalten, in welchen Variablen wir
denken und wahrnehmen. Sie ist das, was wir WAHR NEHMEN und beurteilen.

Die Konsequenz für SelbstVerständnis

Dies hat Konsequenzen für das eigene Selbstverständnis, für die Sicht wie professionell die Handhabe von
Situationen ist. Jeder entwickelt seine eigenen Methoden-seine eigene Landkarte, um es in der Sprache des
NLP zu halten.

Realitätsschleife:

Charakterisierung von Haltung

Woran erkennt man Haltung bei sich bzw. auch bei anderen Menschen. Die NLP 8 Grundannahmen nach Richard
Bandler möchte ich gerne mit einbeziehen:

Die Fähigkeit den PROZESS zu verändern, mit dem wir die Realität wahrnehmen, ist oft wertvoller,
als den INHALT unserer Erfahrung der Realität zu verändern.
Die Bedeutung Deiner Kommunikation liegt in der Reaktion, die Du erhältst.
Alle Unterscheidungen, die Menschen in Bezug auf unsere Umwelt und unser Verhalten machen
können, sind brauchbar durch die visuellen, auditiven, kinästhetischen, olfaktorischen und
gustatorischen Sinne darstellbar
Die Mittel, die ein Individuum benötigt, um angestrebte Veränderungen zu erreichen, sind bereits
im Individuum vorhanden.
Die Landkarte ist nicht die Landschaft.
Der positive Wert des Individuums bleibt konstant, während der Wert und die Angemessenheit des
inneren und / oder äußeren Verhaltens bezweifelt wird.
Es gibt eine positive Absicht hinter jedem Verhalten und einen Kontext, in dem jedes Verhalten
nützlich ist.
Feedback versus Versagen. – Alle Resultate und Verhaltensweisen sind etwas Erreichtes, unabhängig
davon, ob sie gewünschte Ergebnisse in Bezug auf eine Aufgabe / Sache sind oder nicht.

Es gibt keine Objektivität, Jedes Verhalten einer Person ist sinnvoll, es ist nur wichtig den Kontext zu beachten.

Widersprüche gehören zum Leben.

Unterschiede sind Reichtum und Vielfalt. Es geht um die Balance zwischen dem was man versucht zu verstecken.
Diese Konflikte sind unangenehme, aber auch eine Chance auf Entwicklung. Dieser Widerstand ist eine Energie, die
genutzt werden kann, um Einstellungen zu Konflikten zu ändern.

Es ist wie es ist…erst den Sinn dahinter zu verstehen, welche Funktion hinter den typischen Mustern im System liegt.

Eine Geschichte macht das Prinzip vielleicht deutlicher:

Geschichte: Der alte Mann und das Pferd

Die folgende Geschichte trug sich zur Zeit Laotse‘s in China zu. Laotse liebte sie sehr.

Ein alter Mann lebte in einem Dorf, sehr arm, aber selbst Könige waren neidisch auf ihn, denn er besaß ein
wunderschönes weißes Pferd. Könige boten phantastische Summen für das Pferd, aber der Mann sagte dann:
Dieses Pferd ist für mich kein Pferd, sondern ein Mensch, und wie könnte man einen Menschen, einen Freund
verkaufen? Der Mann war arm, aber sein Pferd verkaufte er nie.

Eines Morgens fand er sein Pferd nicht im Stall. Das ganze Dorf versammelte sich, und die Leute sagten: Du
dummer alter Mann! Wir haben immer gewusst, dass das Pferd eines Tages gestohlen würde. Es wäre besser
gewesen, es zu verkaufen. Welch ein Unglück! Der alte Mann sagte: Geht nicht so weit, das zu sagen. Sagt einfach:
Das Pferd ist nicht im Stall. Soviel ist Tatsache: Alles andere ist Urteil. Ob es ein Unglück ist oder ein Segen, weiß
ich nicht, weil dies ja nur ein Bruchstück ist. Wer weiß, was darauf folgen wird? Die Leute lachten den Alten aus.
Sie hatten schon immer gewusst, dass er ein bisschen verrückt war.

Aber nach fünfzehn Tagen kehrte eines Abends das Pferd plötzlich zurück. Es war nicht gestohlen worden, sondern
in die Wildnis ausgebrochen. Und nicht nur das, es brachte auch noch ein Dutzend wilder Pferde mit. Wieder
versammelten sich die Leute, und sie sagten: Alter Mann, du hattest recht. Es war kein Unglück, es hat sich
tatsächlich als Segen erwiesen. Der Alte entgegnete: Wieder geht ihr zu weit. Sagt einfach: Das Pferd ist zurück.
Wer weiß, ob das ein Segen ist oder nicht?

Es ist nur ein Bruchstück. Ihr lest nur ein einziges Wort in einem Satz, wie könnt ihr über das ganze Buch urteilen?
Dieses Mal wussten die
Leute nicht viel einzuwenden, aber innerlich wussten sie, dass der Alte Unrecht hatte. Zwölf
herrliche Pferde waren gekommen.

Der alte Mann hatte einen einzigen Sohn, der begann, die Wildpferde zu trainieren. Schon eine Woche später fiel er
vom Pferd und brach sich die Beine. Wieder versammelten sich die Leute, und wieder urteilten sie. Sie sagten:
Wieder hattest Du Unrecht! Es war ein Unglück. Dein einziger Sohn kann nun seine Beine nicht gebrauchen, und er
war die einzige Stütze deines Alters. Jetzt bist Du armer als je zuvor. Der Alte antwortete: Ihr seid besessen vom
Urteilen. Geht nicht so weit. Sagt nur, dass mein Sohn sich die Beine gebrochen hat. Niemand weiß, ob dies ein
Unglück oder ein Segen ist. Das Leben kommt in Fragmenten, und mehr bekommt ihr nicht zu sehen.

Es ergab sich, dass das Land nach ein paar Wochen einen Krieg begann. Alle jungen Männer des Ortes wurden
zwangsweise zum Militär eingezogen. Nur der Sohn des alten Mannes blieb zurück, weil er verkrüppelt war. Der
ganze Ort war von Klagen und Wehgeschrei erfüllt, weil dieser Krieg nicht zu gewinnen war und man wusste, dass
die meisten der jungen Männer nicht nach Hause zurückkehren würden. Sie kamen zu dem alten Mann und
sagten: Du hattest recht, alter Mann – es hat sich als Segen erwiesen. Dein Sohn ist zwar verkrüppelt, aber
immerhin ist er noch bei dir. Unsere Söhne sind für immer fort. Der alte Mann antwortete wieder: Ihr hört nicht
auf zu urteilen. Niemand weiß! Sagt nur dies: Dass man Eure Söhne in die Armee eingezogen hat und dass mein
Sohn nicht eingezogen wurde. Doch nur Gott, nur das Ganze weiß, ob dies ein Segen oder ein Unglück ist.

Bedeutungs-Reframing zum Thema Haltung

Es geht nicht darum einzelne Personen zu verändern, sondern darum Strukturen, Beziehungsmuster und
Denkschienen zu erkennen und Sichtweisen zu verändern, um ein anderes Verhalten möglich zu machen.

Es ist davon auszugehen. Dass in jeder kleinen Einheit prinzipiell alles vorhanden ist und zusammenhängt.

Chinesisches Sprichwort: Im Wassertropfen ist das Meer enthalten.

Wenn wir im Rahmen unserer Betrachtung etwas ändern, ändern wir die Zusammenhänge, Bedeutungen
REFRAMING

Ein 60-jähriges Ehepaar geht durch den Wald spazieren. Eine Fee flüstert in das Ohr des Mannes „Du hast einen
Wunsch frei“ Der
Mann sagt, ohne zu überlegen: „ Ich wünsche mir eine um 20 Jahre jüngere Frau.“ Da machte die
Fee schnipp und er ist 80.

Entwicklungsprozesse brauchen Zeit.
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“ sagt ein afrikanisches Sprichwort.
Dies gilt auch für die vermeintlich „negativen“ Gefühle und Eigenschaften.
Dazu Königswieser und Hillebrandt 2006: Auch „negative“ Gefühle wie Wut, Neid oder Konkurrenz, Maßlosigkeit,
gehören dazu.

All diese Gefühle bewusst wahrzunehmen, zu orten, sie in Auszeiten zu reflektieren, bietet eine Art Leitsystem
zu unserem eigenen, tiefer liegenden Wertekanon.


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