Coaching mit Kindern

Abschlussarbeit von Manuela Mayer, als PDF lesen


Vorwort

Das Thema Coaching begleitet mich seit mehreren Jahren. Die ersten Kenntnisse und vor allem Selbsterfahrung
gewann ich während meines Studiums. Ich befand mich in einer Situation, in der ich vor großen Entscheidungen stand:

Wie geht es weiter? Was soll ich tun?

Ich habe viele Möglichkeiten und Optionen durchdacht, die für mich gut wären, die mir eine gewisse Sicherheit
geben könnten, die den Erwartungen meines Umfeldes gerecht würden, die die Gesellschaft verlangt. Doch erst
durch die Selbsterfahrung aus dem Coaching und die Selbstreflexion begann ich auch darüber nachzudenken
was ich tun möchte und welche Fähigkeiten ich dazu mitbringe.

Während dieser Zeit durchlebte ich eine Achterbahn an Emotionen. Ich dachte viel über mein bisheriges Leben
nach, stellte einige Entscheidungen in Frage und fing an mich selbst und meine Fähigkeiten und Bedürfnisse besser
kennen zu lernen. Rückblickend bin ich sehr dankbar für diese Erkenntnisse. Vor allem aber bin ich sehr dankbar
dafür, dass ich diese erste Coaching-Erfahrung früh machen durfte und sich meine Einstellung und Haltung seitdem
verändert hat.

Aus diesem Grund widme ich meine Abschlussarbeit dem Thema „Coaching mit Kindern“. Ich möchte Menschen
schon sehr früh, bereits im Kindesalter, dabei unterstützen, ein Bewusstsein für sich selbst, ihre Fähigkeiten und
ihre Bedürfnisse zu gewinnen.

Gesellschaftliche Grenzen können sehr starr sein, sie können sehr eng gesteckt sein und persönlichen Bedürfnissen
wenig Raum zusprechen. Es ist meiner Meinung nach notwendig, Kindern einen Handlungsspielraum aufzuzeigen
und stärkend zu begleiten. Mit Coaching kann man Kinder dabei unterstützen, ihre Handlungsspielräume zu
erkennen und ihre Fähigkeiten zu stärken. Kinder sollen früh ein Bewusstsein für sich selbst entwickeln, denn
meiner Meinung nach ist das Bewusstsein für sich selbst die Grundlage dafür eigene Fähigkeiten und Bedürfnisse
viel eher erkennen zu können und sie auszuleben.

Einleitung

Zwischen Kindergarten und Job erleben Kinder nicht nur Spaß, Freude, Anerkennung und positive Erfahrungen. Sie
machen auch eine Menge kleine und große, unangenehme bis hin zu schmerzhaften Erfahrungen. Alle, ob positiv
oder negativ empfundenen Erlebnisse, hinterlassen ihre Spuren und beeinflussen Denken, Fühlen und Handeln.
Jeder Mensch entwickelt so aufgrund dessen, was er in der Kindheit gelernt bzw. erfahren hat, Verhalten und
Meinungen über sich selbst, von anderen und von der Welt. Diese Muster sind die Grundlage dafür, wie man
später mit den verschiedenen Situationen im Leben umgeht und damit auch, welche Ergebnisse man erzielt.

Erwachsene verkennen oft, dass Kinder viel stressanfälliger sind, als gedacht. Sie sind unsicher, manipulierbar und
ihre Persönlichkeit ist noch nicht ausgereift. Immer mehr Kinder haben Sorgen, Ängste, Stress oder sind zum Teil
abwesend und in Gedanken versunken. In der Schule gibt es Schwierigkeiten und schlechte Noten. Zuhause in der
Familie gibt es Ärger und auch im Freundeskreis kommt es zu Konflikten. Kinder erleben in der Familie, im
Kindergarten, in der Schule und in ihrem sozialen Umfeld zahlreiche schwierige Situationen, die inneren Stress und
auch Blockaden verursachen. Diese führen zu Schulstress, Verhaltensauffälligkeiten, Ängsten, inneren Blockade und
sogar Schlafstörungen. Ein zielgerichtetes Coaching kann Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, das innere
Gleichgewicht wieder zu finden. Ein Coaching kann dazu führen, dass Kinder sich wieder entspannen können, lernen
konzentriert zu arbeiten, sich wieder selbstbewusst fühlen und mit ihren Ängsten umzugehen wissen.

Wenn Erwachsene die Möglichkeit bekommen, zu lernen, besser mit Stress umzugehen, sich selbst zu finden,
Problemlösungskompetenzen zu erwerben oder ihre Ziele leichter zu erreichen, dann sollten Kinder doch ähnliche
Möglichkeiten bekommen.

Wenn es um die Probleme von Kindern geht, fällt vielen Eltern nur der Gang zum Arzt oder Therapeuten ein, bei
schulischen Problemen der Nachhilfeunterricht. Beides hat unter bestimmten Umständen durchaus seine Berechtigung.
Oft geht es aber um Alltagsthemen wie Ängste, mangelndes Selbstvertrauen, Konzentrationsschwäche, fehlende
Motivation oder Unsicherheit. Verständlicherweise scheuen viele Eltern, gleich den Therapeuten einzuschalten.
Denn leider ist dies immer noch mit dem Makel behaftet, man sei krank oder verrückt.
Die Alternative dazu ist ein Coaching.

Der Körper kann nicht unterscheiden, ob unsere Gedanken real sind oder nicht. Deshalb wachen wir schweißgebadet
aus einem Alptraum auf oder bekommen Herzrasen, obwohl wir nur in unserer Fantasie denken, die Spinne könnte
uns angreifen. Umgekehrt können wir durch positive Gedanken unsere Leistungsfähigkeit enorm steigern. Und
genau das machen sich Menschen zu Nutze. Kaum ein Spitzensportler kommt heutzutage ohne ein mentales
Training an die Weltspitze. Top-Manager von Weltkonzernen lassen sich coachen, um mit dem immensen Druck
fertig zu werden, der auf ihnen lastet. All das hilft Erwachsenen, vorhandenen Stress besser zu bewältigen, Ziele zu
erreichen oder in extremen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren. Warum also nicht auch Kindern?


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