Coaching: Motivation in der Arbeit

Beschreibung eines Coaching-Prozesses

Abschlussarbeit von Marc Kükenshöner, als PDF lesen


1 Charakterisierung der Coaching-Tätigkeit

1.1 Coaching-Verständnis

Coaching ist für mich eine Mischung aus dem gezielten „Anstupsen“ und der Unterstützung des Klienten.
Während meiner Ausbildung hat mich das systemische Bild eines Mobiles nachhaltig geprägt. Als Coach
verstehe ich jeden Klienten immer als Teil eines kontextbedingten Mobiles. Sobald sich ein Teil des Mobiles
verändert, schwingen alle anderen Teile mit, bis sich das System wieder beruhigt und eine Balance gefunden
hat.

Durch gezielte Fragestellungen und die Nutzung von Interventionen und Methoden verstehe ich Coaching
als eine Möglichkeit, einzelne Teile (Klienten) des Mobiles „anzustupsen“ und bei der Findung einer neuen
Balance zu unterstützen.

Dabei ist für mich in einem Coaching-Prozess die Befähigung zur Handlungskompetenz und die Stärkung
der Selbstkompetenz des Klienten der maßgebliche Ansatz. Hierzu gehört auch meine Annahme, dass ein
Coaching nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Klienten zu einer gemeinsamen Zusammenarbeit bereit
sind.

 

Restriktionen beim Coaching

Bei meiner Arbeit als Coach treffe ich folgende Annahmen und gehe u.a. von folgenden Restriktionen aus:

  1. Coaching ersetzt zu keinem Zeitpunkt therapeutische Maßnahmen. Bei pathologischem Verhalten
    des Klienten wie Phobien, Süchten und Depressionen oder Anzeichen von Persönlichkeitsstörungen
    (z.B. Borderline) ist dem Klienten eine therapeutische Betreuung anzuraten und der Coachee bei der
    Suche nach Therapeuten und Psychologen zu unterstützen.
  2. Coaching kann nur dann zielführend sein, wenn die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei dem
    Klienten gegeben ist. Eine oktroyierte Verhaltensänderung durch Dritte (Auftraggeber, Kollegen,
    Vorgesetzte, Mitmenschen etc.) ist meines Erachtens nicht zielführend. Daher ist mein Ansatz in
    einem Coaching die Bereitschaft zur Zusammenarbeit abzufragen bzw. sicherzustellen. Dieses
    gewährleiste ich unter anderem dadurch, zu Beginn einer jeden Sitzung das Thema abzufragen,
    an dem der Klient arbeiten möchte. Themenänderungen in einem Prozess sind möglich und auf
    diese einzugehen ist mein Verständnis von einer Sicherstellung der Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

 

Chancen des Coachings

Durch meine Erfahrungen als Coach und insbesondere als Klient in einem Coaching-Prozess sehe ich
vielerlei Chancen für alle Beteiligten:

  1. Klient
    Dem Klienten wird ermöglicht die eigene Handlungskompetenz in bestimmten Situation zu
    erlangen bzw. zurückzugewinnen. Hierbei treffe ich die Annahme, dass jeder Klient die Kom-
    petenz hat, Situationen für sich zu bewerten und Handlungsoptionen abzuleiten und durch-
    zuführen. Die Stärkung dieser Selbstkompetenz ist eine wesentliche Chance für den Klienten.
  2. Auftraggeber
    Der Auftraggeber verfolgt das Ziel, die Klienten oder den Klienten zu befähigen, Situationen
    selbstständig und in eigener Kompetenz zu bewerten und mit diesen umzugehen. Hier soll
    im Beispiel ein Coaching als Teambildende Maßnahme dienen. Der Auftraggeber (z.B.
    Vorgesetzte oder Personalbereich) hat hier die Chance, das Team zu einer effizienten Arbeits-
    weise zu befähigen. Der Coach kann potentielle Konfliktsituationen begleiten aber auch
    persönliche Ziele einzelner Mitglieder in den Gesamtkontext einbeziehen.
  3. Kollegen und Mitarbeiter
    Bleiben wir bei dem Beispiel eines Team-Coachings. Kollegen und Mitarbeiter innerhalb
    des Teams haben die Chance, eine schnelle Findung eines Teams zu erzielen und die
    „Balance des Mobiles“ schnell herzustellen. Externe Kollegen und Mitarbeiter hingegen
    haben die Chance durch die schnelle Findung der beschriebenen Balance effiziente und
    gezielte Ergebnisse in Zusammenarbeit mit dem Team zu erzielen.
  4. Vorgesetze
    Der Vorgesetzte hat in dieser Situation einen wesentlichen Vorteil darin, dass jedes Team-
    mitglied befähigt wird zu einem Gelingen der Teamarbeit mit den individuellen Kompetenzen
    und Ressourcen beizutragen. Hier könnte z.B. auch das Thema „Feedback“ eine wesentliche
    Rolle spielen, die die Arbeit des Vorgesetzten des Teams im Idealfall erleichtert.

 

1.2 Tätigkeit als Coach

Meine Rolle als Coach verstehe ich wie oben beschrieben als „Anstupser“ und Unterstützer. Ich verstehe
meine Aufgabe darin, durch die Verwendung von Frage- und Interventionstechniken sowie Methoden
den Klienten bei der Stärkung seiner Selbstkompetenz zu unterstützen.
Das „Anstupsen“ beziehe ich vor allem auf die Fragetechniken. Hier kann beispielsweise die zirkuläre
Frage genannt werden, die dazu dient, dass der Klient dazu befähigt wird andere Sichtweisen und
Positionen einzunehmen.
Die Unterstützung kann sich z.B. auf Entscheidungscoachings beziehen, bei denen wiederum meine
Rolle ist, den Klienten dazu zu befähigen eigenständige und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.
Aber auch in Team- und oder Konfliktsituationen sicherzustellen, dass alle Beteiligten das gleiche
sachliche Verständnis von den einzelnen Positionen haben, ist eine meiner Aufgaben als Coach.

 

In Zukunft möchte ich mich auf die Themen Teamcoaching, Kommunikation und Führung sowie
berufliche Entwicklungen konzentrieren. Ich sehe hier meine Stärke in meinen Erfahrungen als
Führungskraft und Projektleitung, in denen Führung und Teambildung eine wesentliche Rolle
spielten. Zudem habe ich Erfahrungen im Bereich Kommunikation gesammelt,die mir inzwischen
zu einer Herzensangelegenheit wurden.


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