NLP Grundlagen

NLP steht für Neurolinguistisches Programmieren und ist eine Methode, die zur Verbesserung von Kommunikation verwendet wird. Im Gegensatz zu anderen theoretischen Ansätzen wird NLP immer lösungsorientiert angewendet. Ein ausgebildeter NLP-Coach versucht also, den Betroffenen aus dem Problemraum gedanklich zu entfernen und neue Wege und Lösungen aufzuzeigen. Das Kommunikationsmodell wird mittlerweile in zahlreichen Bereichen, egal ob privat oder beruflich, verwendet.

Was steckt hinter dem Namen NLP?

Im NLP stecken die Begriffe „neuro“, „linguistisch“ und „Programmieren“. Aber warum eigentlich? Mit „neuro“ ist das Nervensystem eines jeden Menschen gemeint. Es ist dafür verantwortlich, Botschaften aus der Umwelt wahrzunehmen und zu verarbeiten. Es speichert zudem die gemachten Erfahrungen in der Vergangenheit und beeinflusst somit unser Denken, Fühlen und unser Handeln. „Linguistisch“ steht für die Sprache, die im NLP die zentrale Rolle einnimmt. Jeder Mensch kommuniziert mit seiner Außenwelt, aber auch mit sich selbst. Jeder Satz, den wir formulieren, verrät etwas über uns. Wenn Sie Wörter wie „gut riechen“ verwenden, sagen Sie aus, dass der Fokus ihrer Wahrnehmung aktuell auf dem Riechen liegt. Wenn Sie etwas als „schön“ empfinden, haben Sie in ihrem Kopf bereits eine bildliche Vorstellung von etwas entwickelt. Mit „Programmieren“ ist die eigentliche Arbeit des NLP sowie das Ziel dieses Kommunikationsmodells gemeint. Mithilfe von verschiedenen Mustern wird eine Änderung der eigenen Wahrnehmung angestrebt. Dies geschieht mithilfe der Sprache, die somit wiederrum einen Einfluss auf das Nervensystem hat.

Was steht im Mittelpunkt von NLP?

Die Art, wie Menschen kommunizieren und sowohl agieren als auch reagieren, hängt wesentlich davon ab, wie Sie ihre Umwelt wahrnehmen. Unser gesamter Kommunikationsprozess wird durch unsere Wahrnehmung gesteuert. Daher beschreibt das Neurolinguistische Programmieren vor allem, wie Menschen ihre Umwelt wahrnehmen und Eindrücke aufnehmen und verarbeiten. Das Modell zeigt zudem auf, wie Menschen auf der Grundlage ihrer gemachten Erfahrungen und Einstellungen kommunizieren und handeln. Bei NLP steht also der Mensch und dessen eigene Wahrnehmung im Mittelpunkt jeder Betrachtung.

Wozu dient NLP?

Beim NLP wird neben der Wahrnehmung des Einzelnen auch die verwendete Sprache untersucht. Jeder Satz, jede Formulierung einer Wortgruppe hat einen Effekt beim Gegenüber. NLP bietet mithilfe von verschiedenen Fragemustern die Chance, die eigene Kommunikation zielführend zu steuern. Die verschiedenen Ansätze beim NLP helfen dabei, Botschaften so zu formulieren, dass sie ihre gewünschte Wirkung erzielen. Das Modell kann außerdem dazu dienen, negative Grundeinstellungen zu beseitigen und so die eigene Wahrnehmung auf positive Weise zu beeinflussen.

Wie kann man NLP lernen?

Eine NLP-Ausbildung besteht aus mehreren Modulen, die je nach Wahl einige Wochenenden oder aber mehrere Jahre in Anspruch nehmen können. Wenn Sie eine NLP-Ausbildung in Erwägung ziehen, sollten Sie dies nur bei einem Ausbilder tun, der von Deutschen Verband für Neuro-Linguistisches Programmiere zertifiziert wurde. Der DVNLP gibt Richtlinien vor, die eine vollständige und angemessene Ausbildung garantieren. Nachdem Sie an einem Infoabend teilgenommen und so ein erstes Gefühl für die verschiedenen Ausbildungsstufen bekommen haben, folgt die Ausbildung zum NLP Practitioner. Diese erste Ausbildung dient zur Vermittlung von Grundlagen und den vorhandenen Methoden. Mit diesem Zertifikat können Sie sich zum NLP Master ausbilden lassen. Sie vertiefen nicht nur die erworbenen Kenntnisse der Practitioner Ausbildung, sondern lernen auch weitere Methoden und Kommunikationstechniken kennen. Wenn Sie eine Ausbildung im NLP anstreben, um diese Fähigkeiten beruflich anzuwenden, müssen Sie die Ausbildung zum Advanced-NLP-Master absolvieren. Weitere, bereits sehr fortgeschritten Ausbildungsstufen sind die des NLP-Trainer und des NLP-Coaches.

Woher kommt NLP?

NLP hat seinen Ursprung in den 1970er Jahren und wurde offiziell von John Grinder und Richard Bandler entwickelt. Sie beschäftigten sich mit der Frage, was einen durchschnittlich erfolgreichen Menschen von einem Menschen mit außergewöhnlichen Erfolgen im gleichen Bereich unterscheidet und was beide Menschengruppen anders machen. Dazu untersuchten beide die verbale und nonverbale Kommunikation von Virginia Satir, Fritz Pearls und Milton H. Erickson. Alle drei galten zu ihrer Zeit als ausgezeichnete Psychotherapeuten, die bereits große Erfolge erzielt haben. Aus ihren Erkenntnisse entwickelt das Duo das erste NLP-Kommunikationsmodell.

In welchen Bereichen ist NLP anwendbar?

Kurz und knapp: In nahezu allen! Es gibt zum einen kaum eine Branche, in der Kommunikation nicht wichtig ist. Und zum anderen muss jeder Mensch zumindest im Privateben kommunizieren. Jeder Mensch, der sich schon einmal missverstanden gefühlt hat oder selbst Schwierigkeiten bei der Formulierung von Botschaften besitzt, kann NLP nutzen.

So kann ein Politiker die verschiedenen Muster des NLP nutzen, um zu seinen Wählern durchzudringen. Ein NLP-Coach vermittelt dem Politiker in diesem Fall die richtigen Sprachmuster, um Nachrichten möglichst effektiv zu formulieren. Jede Führungskraft in einem Unternehmen benutzt Sprache als tägliches Werkzeug, um Anweisungen zu geben. Je besser diese Anweisung kommuniziert wird, desto größer ist Wahrscheinlichkeit, dass die Aufgabe zur Zufriedenheit erledigt wird.

Doch auch im privaten Bereich, oft bei Paaren oder in der Eltern-Kind-Beziehung, kann das Neurolinguistische Programmieren zu großen Erfolgen führen. Kommunikation in einer Beziehung scheitert oft daran, dass falsche Annahmen über die Gedankenwelt des Anderen getroffen wird. Ein NLP-Trainer kann schnell aufzeigen, weshalb diese Annahmen falsch sind und inwiefern die Verwendung von Sprache einen großen Einfluss darauf hat, ob es morgen wieder zum Streit kommt.

In den folgenden Bereichen kann NLP große positive Effekte haben:

  • Beziehung: Verbesserung der Kommunikation
  • Für Kreative: Freilegung des eigenen Potenzials
  • Erziehung: Förderung der Stärken des Kindes, Erkennung des Potenzials
  • Persönlichkeitsentwicklung: Wie nehmen Sie die Umwelt wahr?
  • Psychotherapie
  • Wirtschaft und Politik: Wie setze ich Kommunikation richtig ein?
  • Gesundheitswesen: Die richtige Kommunikation mit dem Patienten

NLP in der Wirtschaft

Vor allem für Führungskräfte in der Wirtschaft kann NLP einen sehr positiven Effekt haben. Führungskräfte und Chefs lernen mithilfe von verschiedenen Kommunikationsmodellen die Botschaften ihrer Mitarbeiter und Kunden besser und schneller zu analysieren, Lösungen für verschiedene interne und externe Probleme zu finden sowie Potenziale bestmöglich auszuschöpfen. Durch diese drei Faktoren können folgende Aspekte innerhalb einer Firma positiv beeinflusst werden:

  • Mitarbeitermotivation
  • Wahrnehmung persönlicher Stärken
  • Kommunikation unter den Mitarbeitern
  • Erreichung von Firmenzielen
  • Zufriedenheit der gesamten Belegschaft
  • Entwicklung von gemeinsamen Visionen

NLP in der Beratung

Auch wenn NLP offiziell nicht als Therapieform anerkannt ist, werden einzelne Methoden und Techniken von Psychotherapeuten verwendet. So lag ein Hauptaugenmerk der NLP-Forschung in den vergangenen Jahren auch darauf, zu erkennen, welche Sprachmuster besonders erfolgreiche Psychotherapeuten verwenden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass NLP vor allem bei unterschiedlichen Phobien sehr wirksam sein kann. Die verschiedenen Techniken des NLP helfen dem Therapeuten dabei, eine vertrauensvolle Beziehung zum Patienten zu schaffen und die Botschaften des Klienten besser zu deuten. Außerdem helfen die NLP-Annahmen dabei, die Bedeutung der persönlichen Wahrnehmung und der eigenen Einstellungen zu verstehen und gewinnbringend einzubringen.

NLP in der Erziehung

In der Erziehung von Kindern spielt die Sprache eine wichtige Rolle. Viele Verhaltensweisen und Einstellungen eines Kindes beruhen auf den gemachten Erfahrungen im frühen Kindesalter, wobei die Kommunikation mit den Eltern eine wesentliche Rolle spielt. Ein NLP-Training für Eltern ist besonders sinnvoll, um die Kommunikation untereinander zu verbessern und effizienter zu gestalten. Eltern lernen, Botschaften an ihr Kind deutlich zu formulieren und lernen, welche Bedeutung das „Wie“ im Kommunikationsprozess hat. Mama und Papa lernen außerdem das richtige Zuhören und Beobachten. In jeder nonverbalen Geste des eigenen Kindes steckt eine Botschaft.  Wenn Eltern wissen, wie Sie diese Botschaften deuten müssen, werden Sie auch die Bedürfnisse des Kindes verstehen. Außerdem bietet das Neurolinguistische Programmieren sehr viele verschiedene Lernstrategien, die Eltern ihrem Kind beibringen können.

NLP im Gesundheitswesen

Vor allem im Gesundheitswesen ist die richtige Kommunikation von großer Bedeutung, da Sie einen direkten Einfluss auf die Genesung eines Patienten hat. Mithilfe von NLP lernen Ärzte und Krankenhelfer verschiedene Techniken, die zu einer positiven Beziehung zum Patienten beitragen. Wenn ein Patient sich im Krankenhaus oder in der Arztpraxis wohlfühlt, wird das den Genesungsprozess positiv beeinflussen. Doch auch im persönlichen Bereich können die NLP-Modelle einen positiven Einfluss auf die eigene Gesundheit haben. So verwenden viele Menschen ein NLP-Training, um generell bewusster zu leben und positiver zu denken.

Die wichtigsten NLP-Techniken

NLP zeichnet sich dadurch aus, dass jedes Training individuell ist und es kein einheitliches Konzept gibt. Vielmehr passt ein geschulter NLP-Trainer seine Methoden an den Kunden an und verwendet dementsprechend unterschiedliche Techniken. Nachfolgend finden Sie die 11 wichtigsten NLP-Techniken. Wenn Sie sich ernsthaft mit NLP auseinandersetzen möchten, sollten Sie diese Techniken zumindest schon einmal gehört haben.

Repräsentationssysteme

 

Eine der Grundtechniken des NLP sind die Repräsentationssysteme. Jeder Mensch nutzt seine fünf Sinne, um seine Umwelt wahrzunehmen und zu verarbeiten. Die Augen, die Nase, der Mund, der Tastsinn sowie das Gehör bestimmen, was Menschen wahrnehmen und wie Sie ihre Umwelt wahrnehmen. Jedes Individuum hat dabei einen anderen Schwerpunkt. Es gibt Menschen, die ihre Umwelt in erster Linie mit den Augen wahrnehmen. Bei anderen ist der Geruchssinn besonders stark ausgeprägt und wiederrum andere müssen Dinge anfassen, um Sie zu verstehen. Um diese individuellen Präferenzen bestmöglich zu nutzen, verwenden NLP-Trainer gern das VAKOG-Modell.

VAKOG steht für: Visuell, Auditiv, Kinästhetisch, Olfaktorisch und Gustatorisch

Dieses Modell vermittelt Ihnen spezielle Kenntnisse, die Ihnen dabei helfen, das bevorzugte Repräsentationssystem des Gegenübers schnell herauszufinden. Sie lernen Sprachmuster kennen, die einen deutlichen Hinweis darauf geben, ob der Gesprächspartner für visuelle oder auditive Botschaften empfänglicher ist. Durch diese Kenntnis können Sie ihre Kommunikation gezielt steuern und das Gespräch positiv beeinflussen. Sie können somit individueller auf ihren Gesprächspartner eingehen und werden ihre Ziele wesentlich schneller erreichen.

 

 

Ankern

 

Die Ankertechnik ist eine der am häufigsten verwendeten Techniken im NLP und besonders effektiv. Wenn ein NLP-Coach einen Anker setzt, verknüpft er bei seinem Klienten gezielt einen äußeren Reiz mit einer bestimmten Reaktion. Dadurch kann jedes Gefühl, das Menschen in der Vergangenheit durch ein bestimmtes Erlebnis haben, mithilfe von Ankern abgerufen werden. Viele Paare haben zum Beispiel ein Lied, das an den ersten gemeinsamen Kuss erinnert. Auf dem Dachboden gibt es ein altes Spielzeug, das Erinnerungen und somit auch Gefühle hervorruft. Der symbolische Ehering erinnert an die Traumhochzeit. Diese Anker können von einem NLP-Trainer auch bewusst gesetzt werden, um positive Gefühle beim Klienten zu wecken. Sie können dazu verwendet werden, um Menschen schnell in einen positiven Grundzustand zu versetzen.

Rapport

Mit Rapport wird das Herbeiführen einer positiven zwischenmenschlichen Beziehung mithilfe von Kommunikation bezeichnet. Je besser sich zwei Menschen verstehen, desto ähnlicher ist ihre Art der Kommunikation. Zwei Menschen, die sich zum ersten Mal treffen und zufällig die gleiche Art der Kommunikation besitzen, werden sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch verstehen und sympathisch sein. Mit Kommunikation sind auch die Verhaltensweisen beider Personen gemeint. Wenn sich zwei Personen zum Essen treffen zwischen denen Vertrauen besteht, sind schnell Muster erkennbar. Hebt ein Gesprächspartner das Glas, um zu trinken, greift der Gegenüber oft auch zum Glas, ohne überhaupt durstig zu sein. Beim NLP wird diese Technik bewusst eingesetzt, um eine Vertrauenseben mit dem Gegenüber herzustellen. Wenn Sie zum Beispiel einen Geschäftspartner treffen und ein Ziel vor Augen haben, sollten Sie sich an dessen Art der Kommunikation anpassen. Sie spiegeln also das Verhalten des Anderen, um Rapport herzustellen.

Analoges Markieren

Mit dem analogen Markieren wird eine bewusste Beeinflussung des Unterbewusstseins angestrebt. Der Anwender dieser Technik setzt bewusst Stilmittel ein, um das Hauptaugenmerk seiner Botschaft auf einen bestimmten Aspekt zu legen. Sie können zum Beispiel ihre Stimme bei einem bestimmten Wort im Satz senken oder hervorheben. Sie können die Betonung und Sprachgeschwindigkeit ändern oder Sprechpausen einlegen. Doch nicht nur die Stimme kann zum analogen Markieren verwendet werden. In einem Brief können Sie bestimmte Wörter großschreiben oder unterstreichen, um den Fokus des Empfängers auf bestimmte Wörter zu legen. Auf diese Art und Weise können Sie die Wirkung einer Aussage im Unterbewusstsein beeinflussen.

Chaining

Beim Chaining wird die bereits erwähnte Ankertechnik angewendet. Jedoch werden dabei gleich mehrere Anker nacheinander ausgelöst und damit verschiedene Emotionen ausgelöst. Durch das Aktivieren einer Ankerkette werden einzelne Zwischenschritte, die sonst sehr lange dauern, sekundenschnell gelöst. Wenn Sie zum Beispiel gelangweilt sind, kann eine passende Ankerkette dazu führen, dass Sie in der nächsten Sekunde motiviert sind und sofort mit der Arbeit loslegen.

Reframing

Wie der Name bereits verrät, geht es beim Reframing darum, Dingen einen neuen Rahmen zu geben und sie in einen neuen Kontext zu setzen. Die Bedeutung einer jeden Aussage oder eines Verhaltens hängt immer von dem Kontext ab. Beim Reframing wird die Bedeutung einer Aussage oder eines Verhaltens also verändert, indem ein neuer Rahmen geschaffen wird. Dadurch gelingt es, eine neue Perspektive zu schaffen und die Wahrnehmung zu ändern. Dieses Interventionsmodell bietet Anwendern die Chance, in verschiedenen Situationen besser zu reagieren. Dadurch, dass Sie die Aussage in einen neuen Kontext setzen können, haben Sie auf einmal verschiedene Möglichkeiten zu reagieren und damit auch mehr Lösungswege. Die Vorannahme lautet dabei immer: Hinter jedem Verhalten verbirgt sich eine positive Absicht.

Milton-Modell

Beim Milton-Modell wird Sprache bewusst vage eingesetzt. Wenn Sie so wollen, werden dabei inhaltsleere Botschaften konstruiert, um beim Zuhörer Prozesse des Denkens und Fühlens auszulösen und zu steuern. Für dieses Modell gibt es spezielle sprachliche Muster. So werden oft Nominalisierungen und unspezifische Verben verwendet. Bei einer Nominalisierung wird aus einer anderen Wortart ein Substantiv gebildet. Wörter wie Liebe und Glück werden wie Gegenstände in der Sprache verwendet, stellen aber eigentlich einen Prozess dar. Wenn der Zuhörer nun diese Wörter hört, verknüpft er damit automatisch eine eigene Emotion und Gedanken. Wenn ein Mann zum Beispiel in einer Rede das Wort Liebe hört, denkt er vielleicht an seine eigene Hochzeit zurück oder an seine Kinder. Auf diese Art und Weise sorgt der Redner schnell für Sympathie, da sich der Zuhörer in einen entspannten Zustand begibt und emotional berührt ist.

Bei den unspezifischen Verben handelt es sich um Wörter, die keinen spezifischen Hintergrund bieten. Der Zuhörer muss diesen Handlungen also selbst Details hinzufügen, um eine Botschaft zu erhalten. Auch dadurch wird der Denkprozess angeregt und Emotionen geweckt. Die Nominalisierungen und unspezifischen Verben sind nur zwei von zahlreichen Sprachmustern, die beim Milton-Modell verwendet werden. Vor allem Politiker nutzen dieses Modell gern, um viele Menschen mit einmal anzusprechen und schnell Sympathien zu sammeln. Wenn Sie sich Botschaften an die Wähler genauer anschauen, werden Sie viele sprachliche Muster des Milton-Modells erkennen.

Familienaufstellung

Die Familienaufstellung wird besonders gern in der Familientherapie eingesetzt. Dabei agieren Protagonisten als Familienmitglieder. Je nachdem, wie der Betroffene die eigenen Strukturen innerhalb einer Familie sieht, positioniert er nun die jeweiligen Familienmitglieder, gespielt durch fremde Protagonisten. Durch diese Aufstellung werden schnell die Beziehungen innerhalb einer Familie deutlich und Probleme kommen zum Vorschein. Der NLP-Coach observiert die Konstellationen und gibt seinem Kunden ein Feedback zur Aufstellung. Diese Technik bietet sich vor allem dann an, wenn ein Mitglied in der Familie Probleme hat, seinen Platz zu finden oder es Spannungen zwischen mehreren Mitgliedern gibt. Wenn alle Familienmitglieder anwesend ist, eröffnen sich somit ganz oft neue Blickwinkel und einzelne Mitglieder verstehen die Perspektive des Verwandten besser.

Leading

Das Leading baut auf der bereits beschriebenen Methode des Rapports auf und ist sozusagen der nächste Schritt. Mithilfe der Angleichung von nonverbaler Kommunikation sind sich beide Gesprächspartner sympathisch und es herrscht eine vertrauensvolle Atmosphäre. Beim Leading geht der Protagonist nun einen Schritt weiter und versucht, die Führung zu übernehmen. Er verändert in kleinen Schritten sprachliche Muster oder Verhaltensweisen und überprüft dabei immer wieder, ob der Gesprächspartner diese Veränderungen mitmacht. Je mehr Rapport besteht, desto schneller erfolgt das erfolgreiche Leading. Die Fähigkeit, den Gesprächspartner in einen anderen Zustand zu versetzen, ist natürlich besonders für Verkäufer von großer Bedeutung. Wenn Sie als Verkäufer die Fähigkeit haben, einen nervösen Kunden aufgrund des Leadings in einen entspannten Zustand zu versetzen, werden Sie automatisch mehr Erfolg haben.

Meta-Modell

Sprache ist immer das Abbild Ihrer eigenen Gefühle und Wahrnehmungen und somit ein Abbild des eigenen Ichs. Um effektiv und gewinnbringend zu kommunizieren, ist eine eindeutige und konkrete Sprache von großer Bedeutung. Das Meta-Modell sieht daher vor, zunächst einmal die drei Gestaltungsprozesse der Sprache zu erkennen und zu verhindern. Dabei handelt es sich um die Generalisierung, die Tilgung und Verzerrung. Wenn Sie erkennen, dass jede Botschaft von der Tilgung von Informationen sowie von Generalisierung und Verzerrung betroffen ist, können Sie ihre Fragen dementsprechend verändern. Wenn jemand zu Ihnen sagt „Ich habe keine Lust mehr“, wissen Sie, dass darin eine Generalisierung und Tilgung steckt. Mit diesem Wissen vermeiden Sie es, voreilige Schlüsse zu ziehen und stellen hingegen Fragen, um diese Aussage präziser wirken zu lassen. „Was meinst du damit genau?“, wäre in diesem Beispiel eine typische Frage nach dem Meta-Modell.

Fast Phobia

Die Fast Phobia Technik zählt zu den bekanntesten und wahrscheinlich effektivsten NLP-Techniken überhaupt. Mit dieser Methode können langjährige Phobien oft in wenigen Minuten dauerhaft beseitigt werden. Bei jeder Phobie gibt es einen bestimmten Reflex, der durch einen spezifischen Reiz ausgelöst wird. Diese Kettenreaktion von Reiz und Reflex verankert sich so tief im Unterbewusstsein, dass es immer wieder zu erneuten Angstzuständen beim Betroffenen kommt. Bei der Fast Phobia Methode wird nun sehr schnell darauf hingearbeitet, dass sich Angst und Phobie trennen. Der Betroffene lernt, dass Angst nicht immer mit einer Phobie einhergehen muss. Dazu werden positive Anker gesetzt. Immer dann, wenn der Betroffene in einer kritischen Situation ist, wird der positive Anker ins Gedächtnis gerufen. Dadurch wird die zuvor empfundene Angst in diesen Momenten schnell mit einer positiven Emotion ersetzt.