Auftragsklärung und Zielfindung im Coaching

mit der Methode „Coaching Haus“

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1 Einleitung

Im Folgenden lesen Sie eine Hausarbeit, die Bestandteil der Ausbildung zum systemischen Coach ist. Es kann
entweder ein konkretes Coaching dokumentiert werden, ein Thema zusammengefasst oder auch erarbeitet werden.
Ich habe das Thema Auftragsklärung und Zielfindung im Coaching mit der Methode Coaching Haus gewählt weil mir
diese Methode bedeutsam und wichtig erscheint.

Auftragsklärung und Zielbestimmung stellen einen Teil im Coaching Prozess dar und sind für das Ergebnis im Sinne
des Klienten wesentlich. Wenn sich Coach und Klient vor dem Coaching kaum oder auch gar nicht kennen, ist gerade
zu Beginn Vertrauen sehr wichtig. Dieses Vertrauen erarbeitet sich der Coach nicht zuletzt durch „Kontakt“,
„Haltung“ und „Demut“.  Was bedeutet das? Es bedeutet, dass der Coach ganz bei seinem Klienten ist, diesem mit
Respekt und Wertschätzung aber auch Neugier begegnet. Es bedeutet auch, dass der Coach allparteilich ist und in
keiner Weise den Klienten, sein „Thema“ oder auch sein Verhalten bewertet. Auch gibt sich der Coach alle Mühe, in
der Grundhaltung des „Nicht-Wissens“ zu bleiben. Dadurch soll vermieden werden, (meist gut gemeinte) Ratschläge
und Beratung dem Klienten zukommen zu lassen. Der zuletzt beschriebene Punkt ist aus zwei Gründen wichtig:

1) In der vergleichsweise kurzen Phase des Coachings kann es dem Coach unmöglich gelingen, mehr als
nur einen kleinen Auszug der erlebten Realität von Thema und Problemstellung des Klienten zu erhalten
oder auch dieses zu verstehen.
2) Möglicherweise beschäftigt das „Thema“ den Klienten schon lange und intensiv. Sollte es dem Coach
durch Können oder auch nur durch Zufall gelingen, das „Thema“ schnell und vollständig zu durchdringen
und gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten, so würde dem Klienten seine eigene „Problemlösungskompetenz“
und die Selbstwirksamkeit als sehr schlecht und unzureichend erscheinen. Er wäre dadurch enttäuscht,
möglicherweise ergeben sich daraus weit mehr Probleme als nur die Enttäuschung.

2 Aufbau Coaching Haus

3 Ablauf „Coaching Haus“

a)

Der Klient startet mit seinem Thema, dass er heute gemeinsam mit dem Coach bearbeiten möchte oder das ihn
hierher geführt hat. Nicht selten ist das Thema im Verlauf des Coachings oder am Ende ein ganz anderes als zu
Beginn und muss erst durch eine tiefer gehende Analyse erarbeitet werden. Möglicherweise ist es dem Klienten zu
Beginn auf zwischenmenschlicher Ebene noch zu früh für so weitreichendes Vertrauen, vielleicht hat er sein eigenes
Thema auch noch nicht so klar für sich selbst wie es dann im gemeinsamen Prozess mit dem Coach exploriert wird.
In beiden Fällen kann durch die Methode des Coaching Haus ein Thema in den Raum gegeben werden. Die Methode
lässt unterschiedliche Ebenen der Reflektion zu.

b)

Beim zweiten Schritt beschreibt der Klient das Organigramm, welche Personen involviert sind und in welchem
Umfeld / Rahmen/ System das Thema auftritt. Wo steht der Klient? Möglicherweise lässt der Coach den Klienten
dieses Organigramm aufmalen und für sich selbst und den Coach nimmt es so eine greifbare Gestalt an.

c)

Im nächsten Schritt der konkreten Situationsbeschreibung soll der Klient die Situation möglichst greifbar
wiedergeben. Dies ist verbindlich und besser für den Coach verständlich. Es hilft aber oft auch, das Bild klar für den
Klienten selbst darzustellen. Es wird beispielsweise gefragt, in welchen Situationen das Problem bislang aufgetreten
ist und ob es bestimmte Situationen gibt in denen es immer wieder auftritt.

d)

Über die dann folgende Gefühlsbeschreibung sollte der Klient ins Erleben und Fühlen kommen. Wenn er zu Beginn
noch aus dem Kopf heraus das Thema gewählt hat, abgewogen hat, ob es in den Rahmen passt und wie
weit er sich öffnen möchte, so soll durch das Fühlen und Erleben Zugang zu eigenen unbewussten Anteilen gefunden
werden. Diese unbewussten Anteile in uns bestimmen in erheblichem Maße unser eigenes Bild von
der Umwelt und auch den Umgang mit uns selbst und der Umwelt. Der Klient sollte mindestens drei Gefühle
beschreiben können.

e)

Idealerweise endet die Exploration mit einem greifbaren Ziel. Dieses benannte Ziel entsteht vor allem durch die
konkrete Situationsbeschreibung und die empfundenen Gefühle. Nicht selten ist es ein anderes als in Raum a)
zu Beginn.


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